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Aktuell Amerika

Chavez siegt überraschend klar

Die Venezolaner haben ihren umstrittenen Staatschef Chavez und sein Sozialismus-Modell bestätigt. Bei der Präsidentenwahl konnte sich "El Comandante" gegen seinen bürgerlichen Herausforderer Capriles durchsetzen.

In Venezuela hat Amtsinhaber Hugo Chavez die Präsidentenwahl gewonnen, das lateinamerikanische Land bleibt auf seinem sozialistischen Kurs. Die Wahlkommission teilte mit, Chavez komme auf 54 Prozent der Stimmen. Damit behauptete sich der 58-jährige Linkspopulist gegen seinen Herausforderer, den erst 40 Jahre alten Juristen Henrique Capriles. Für ihn stimmten lediglich rund 45 Prozent. Capriles' Niederlage ist eine schwere Schlappe für die Opposition, die sich - gestützt auf einige Umfragen - Siegchancen ausgerechnet hatte.

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Wahlsieg für Präsident Chávez

Chavez ließ sich in der Nacht von zehntausenden Anhängern feiern. "Uh, Ah! Chávez no se va!" (Chávez geht nicht), so bejubelten sie ihr Idol auf den Straßen der Hauptstadt Caracas. Die hohe Wahlbeteiligung von über 80 Prozent wertete der Staatschef in seiner Ansprache als Beweis für eine demokratische Bewegung im Lande. Mit offenen Armen wolle er auch seine Gegner aufnehmen, wenn sie bereit seien, diese Bewegung zu unterstützen, zum Wohle des Volkes und seiner "Bolivarischen Revolution", erklärte Chavez vom Balkon des Präsidentenpalastes. Venezuela habe mit dieser Wahl "gesiegt für ganz Lateinamerika".

Kein Kurswechsel

Landesweit war die Wahl von massiven Sicherheitsvorkehrungen begleitet worden. Laut regionalen Berichten verlief die Abstimmung friedlich. Es gab Befürchtungen, dass ein sehr knappes Wahlergebnis Proteste auslösen könne. Der seit 1999 amtierende Chavez kann nun eine weitere Amtszeit bis 2019 antreten, um sein Modell eines "Sozialismus des 21. Jahrhunderts" zu festigen. Capriles, der Einheitskandidat der Opposition, wollte hingegen einen Kurswechsel durchsetzen.

Menschenschlange vor Wahllokal (Foto: Reuters)

Hohe Wahlbeteiligung:Vor vielen Stimmlokalen bildeten sich lange Schlangen

Der Staatschef hat mit seiner Strategie von Verstaatlichung und Umverteilung die Gesellschaft Venezuelas tief gespalten. Während seine Anhänger auf einen Rückgang der Armut und eine bessere Grundversorgung in Elendsvierteln verweisen, prangern seine Kritiker die hohe Arbeitslosigkeit, wachsende Kriminalität sowie Vetternwirtschaft in Staatsbetrieben an.

Bei Chavez war Krebs diagnostiziert worden, es folgten zwei Operationen und Chemo-Therapien auf Kuba. Es hatte bereits Gerüchte über seinen nahen Tod gegeben.

wa/rb/sc (afpe, rtr, dapd)

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