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Politik

Chavez bemüht sich um Freilassung von Geiseln in Kolumbien

Venezuelas Präsident Chávez wird Vertreter der kolumbianischen Guerilla empfangen, um über die Freilassung mehrerer Dutzend Geiseln zu verhandeln. Das vereinbarte Chávez bei einem Treffen mit seinem Amtskollegen Uribe.

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Hugo Chávez will vermitteln

Trotz ihrer konträren politischen Gesinnung war die Atmosphäre bei dem Treffen zwischen dem linkspopulistischen Präsidenten Venezuelas, Hugo Chávez, und seinem konservativen kolumbianischen Amtkollegen, Alvaro Uribe, am Freitag in Bogotá ausgesprochen herzlich. Uribe empfing seinen Gast in der Hacienda Hatogrande, in der einst Simón Bolívar, der Befreiungskämpfer und das große Vorbild von Chávez, weilte.

Chávez (l.) wird von Uribe in Empfang genommen (AP)

Chávez (l.) wird von Uribe in Empfang genommen

Nach einigen Tassen Kaffee traten die beiden vor die Presse. Mit Uribes ausdrücklicher Einwilligung werde er einen Vertreter der kolumbianischen FARC-Rebellen empfangen, um mit ihnen über einen möglichen Gefangenenaustausch zu sprechen, sagte Chávez. Wann dieses Treffen stattfinden wird, ließ er offen. Er sagte lediglich, er kehre "mit großem Optimismus" nach Caracas zurück.

Forderungen unerfüllbar

Chávez versucht sich derzeit als Vermittler für einen möglichen Gefangenenaustausch. Die Guerillaorganisation Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens (FARC) will insgesamt 45 Geiseln freilassen, wenn die kolumbianische Regierung 500 ihrer Kämpfer aus dem Gefängnis entlässt. Außerdem fordern sie, dass der konservative Präsident Uribe die zwei Gemeinden Florida und Pradera entmilitarisiert. Uribe lehnt diese Forderung kategorisch ab.

Seit 2002 ist auch die französisch-kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt in der Gewalt der marxistischen Rebellen. Chávez will nach eigenen Angaben auf Bitten des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy versuchen, von der FARC einen Beweis dafür zu erhalten, dass Betancourt noch am Leben ist.

Übergabe von 11 toten Geiseln

Wenige Stunden vor seinem Besuch in Bogotá hatte Chávez als "Geste des guten Willens"41 in Venezuela inhaftierte kolumbianische Paramilitärs amnestiert. Sie sollen 2004 an einem Putsch gegen den linksgerichteten venezolanischen Staatschef beteiligt gewesen sein. Uribe kündigte ferner an, dass die FARC-Guerilla am Samstag die Leichen von elf Provinzabgeordneten übergeben werde.

Sie waren im Juni unter umstrittenen Umständen ums Leben gekommen, als sie sich in Geiselhaft der linksgerichteten Rebellen befanden. Der Repräsentant des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Yves Heller, wollte das Datum für die Übergabe allerdings zunächst nicht bestätigen.

Gaspipeline zwischen beiden Ländern

Chávez und Uribe sprachen bei ihrem siebenstündigen Treffen außerdem über bilaterale Themen. Ein Abkommen wurde unterzeichnet, nach dem Kolumbien künftig Milch und Fleisch und Venezuela Treibstoff liefern werden. Außerdem wurde verkündet, dass am 12. Oktober eine Gaspipeline zwischen beiden Länder eröffnet wird. Künftig soll diese Gasleitung bis nach Panamá und Mittelamerika ausgebaut werden. (stl)

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