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Filme

Charlton Heston ist tot

Hollywoods Mann fürs Monumentale ist tot. Der Schauspieler Charlton Heston starb im Alter von 84 Jahren in seinem Haus in Beverly Hills.

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Charlton Heston in Ben Hur

Ein Hüne von zwei Metern, ein guter Schauspieler mit ausdrucksstarkem Gesicht: So einen wie Charlton Heston konnte Hollywood überhaupt nicht übersehen. Erst recht nicht, wenn es galt, Helden und monumentale Gestalten auf die Leinwand zu bringen. Umso schmerzlicher war es, als vor mehreren Jahren Hestons Abstieg in die Dunkelheit der Alzheimer-Krankheit begann. Am Samstag (05.04.2008) starb er im Alter von 84 Jahren in seinem Haus in Beverly Hills.

Charlton Heston

Charlton Heston (2002)

Bitter ist es, dass der letzte und sicher unfreiwillige Kinoauftritt des sympathischen Amerikaners in Michael Moores polemischer Dokumentation "Bowling for Columbine" 2002 einen Mann zeigte, der als Präsident der größten US-Waffenorganisation regelrecht vorgeführt wurde. Im April 2003 gab Heston diese Funktion ohne Angabe von Gründen auf und lebte seitdem zurückgezogen. Um bleibenden Ruhm musste er sich aber schon zu Lebzeiten nicht sorgen, hat er doch einige der wichtigsten Rollen bekommen, die in Großproduktionen des Kinos der 50er und 60er Jahre zu vergeben waren.

Waffennarr und Patriot

Damals verkörperte Heston Ben Hur, Moses, Abraham und El Cid ebenso wie Michelangelo. Ob Historiendrama, Western, Science-Fiction, Abenteuerstreifen - der leidenschaftliche Angler und Waffennarr spielte immer den Helden. Das kann mit Erfolg nur tun, wer beim Publikum glaubwürdig ist. Heston hatte damit nie ein Problem. Sein Privatleben blieb all die Jahre skandalfrei, dazu lebte er eine Mischung aus persönlicher Integrität, Patriotismus und politischem Engagement vor. Wenn Heston nicht Vollblutschauspieler gewesen wäre, hätte er wohl - ebenso wie sein Freund Ronald Reagan - das Weiße Haus erobern können.

Mitte der 80er Jahre hat Heston durchaus mit einer politischen Karriere geliebäugelt. Aber der Star aus legendären Breitwandspektakeln wie "Die zehn Gebote" (1956), "Ben Hur" (1959) und "Die größte Geschichte aller Zeiten" (1965) blieb seiner Profession treu.

Vielseitigkeit als Trumpf

Geboren am 4. Oktober 1923 als Charles Carter in einem Vorort von Chicago, begann er seine schauspielerische Laufbahn am Schultheater. Damals reizte es ihn, in die Rolle anderer schlüpfen, weil er nach eigenem Bekunden mit sich selbst "nicht besonders zufrieden" war.

Erfolge auf Broadway-Bühnen beförderten den jungen Darsteller 1949 nach Hollywood. Bereits ein Jahr später erhielt er in dem Thriller "Stadt im Dunkel" seine erste Filmhauptrolle. Zum Weltstar machte den damals 33-Jährigen die Rolle des Moses im Bibelepos "Die zehn Gebote". Es spricht für Hestons Vielseitigkeit, dass er im selben Jahr an der Seite von Orson Welles für das Meisterwerk "Im Zeichen des Bösen" vor der Kamera stand.

Konservative Kampfschrift

Charlton Heston mit Ehefrau Lydia 1963

Charlton Heston mit Ehefrau Lydia (1963)

1959 feierte Heston seinen größten Triumph: Er bekam den Oscar für die Titelrolle in "Ben Hur". 1978 erhielt er auch noch einen Sonder-Oscar für seine Einsätze bei Wohltätigkeitsveranstaltungen und bei der Truppenbetreuung in Vietnam. Zu den größten kommerziellen Erfolgen seiner Laufbahn zählte die Darstellung eines gestrandeten Raumfahrers in der Filmserie "Planet der Affen" Ende der 60er Jahre. In Tim Burtons umstrittenem Remake des Kassenhits war Heston 2001 in einer kleinen Rolle nochmals mit von der Partie - Tribut an einen Großen Hollywoods.

Es war zugleich die wohl letzte Kinorolle des Amerikaners, dessen letztes Buch keine Memoiren waren, sondern eine konservative Kampfschrift mit dem Titel "Der Mut zur Freiheit". Seinen letzten Kampf hat Charlton Heston nun verloren. (wga)

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