1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Lebensart

"Charlie Hebdo" ist zurück

Sieben Wochen nach dem islamistischen Terroranschlag auf die Redaktion des Satiremagazins in Paris erscheint an diesem Mittwoch das neue Heft. Das Titelcover verspricht: Charlie Hebdo bleibt bissig.

Auf der neuen Titelseite steht: "Es geht wieder los". Abgebildet ist eine Karikatur, in der ein Hund mit einer "Charlie Hebdo"-Ausgabe in der Schnauze von einer geifernden Meute gehetzt wird. Unter den Verfolgern sind unter anderem ein Hund mit Kalaschnikow und Stirnband - als Karikatur eines Dschihadisten -, der Papst, der konservative französische Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy und die Chefin des rechtsextremen Front National (FN), Marine Le Pen. Also Gruppen und Persönlichkeiten, die von "Charlie Hebdo" immer wieder mit Karikaturen durch den Kakao gezogen wurden.

Geplant ist für das neue Heft nach Informationen der Zeitung "Libération" eine Auflage von 2,5 Millionen Exemplaren. Das vor dem Anschlag rund 60.000 Mal gedruckte Blatt produziert nach dem Anschlag in den Räumen von "Libération".

Zwei schwerbewaffnete Islamisten hatten am 7. Januar 2015 die Redaktionsräume der für ihre Mohammed-Karikaturen bekannten Satirezeitung gestürmt und insgesamt zwölf Menschen erschossen. Unter den Opfern waren "Charlie Hebdo"-Chef Stéphane Charbonnier, alias Charb, sowie die berühmten Karikaturisten Cabu (Jean Cabut), Wolinski (Georges Wolinski), Tignous (Bernard Verlhac) und Honoré (Philippe Honoré). In den folgenden Tagen tötete ein islamistischer Komplize zunächst eine Polizistin und bei einer Geiselnahme in einem jüdischen Supermarkt vier weitere Menschen. Die drei Islamisten wurden bei Polizeieinsätzen schließlich erschossen.

Neue Ausgaben nach Ruhepause

Ein erstes Heft von "Charlie Hebdo" war bereits sieben Tage nach dem Anschlag vom 7. Januar zum gewohnten Erscheinungstag herausgekommen. Die Ausgabe mit einer Auflage von fast

acht Millionen Exemplaren

wurde international vertrieben. Die Karikatur eines um die Opfer weinenden Mohammed mit "Je suis Charlie"-Schild hatte in Teilen der islamischen Welt für

blutige Proteste

gesorgt. Nach diesem Heft hatte sich der überlebende Teil der Redaktion eine

Ruhepause

verschrieben. "Wir mussten durchatmen und uns ein bisschen ausruhen", sagte "Charlie Hebdo"-Chefredakteur Gérard Biard kürzlich der Nachrichtenagentur AFP.

Von nun an soll die Satirezeitung wieder wöchentlich erscheinen. Geleitet wird das Blatt inzwischen von dem Zeichner Laurent Sourisseau, alias Riss, der bei dem Anschlag durch Schüsse verletzt worden war.

ld/wa (dpa, afp)

Die Redaktion empfiehlt