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Sprachbar

Charaktertypen

Trittbrettfahrer brauchen kein Fahrzeug, um weiter zu kommen, Schaumschläger kommen ohne Schneebesen aus, und Überflieger können ausgesprochene Höhenangst haben. Ein Blick auf verschiedene Charaktertypen.‎

Legendär ist die "Zimtzicke": eine schwierige Person, meistens unfreundlich, launisch und unberechenbar in ihren Reaktionen und Entscheidungen, wie eine junge hin- und herspringende Ziege. Heute kommt die Zicke sprachlich meist ohne Zimt aus, einen Zusatz, der das Zickige noch etwas unterstreichen sollte. Abgeleitet von dem teuren und delikaten Gewürz bedeutete "zimtig" in vergangenen Jahrhunderten, kompliziert und umständlich zu sein.

Vom Waschlappen zum Warmduscher

Die Sprache ist Moden unterworfen; und ein wenig aus der Mode gekommen ist der "Waschlappen" als Ausdruck für einen Feigling oder einen besonders empfindlichen Mann. In der neueren Umgangssprache bezeichnet man einen solchen Charakter eher als "Warmduscher".

Mit Sicherheit handelt es sich dabei nicht um eine durchtrainierte "Sportskanone", die den Tag mit einem 20-Kilometer-Waldlauf beginnt. Ein "Weichei" eben, das sich hin und wieder als "Schlaftablette" oder "trübe Tasse" beschimpfen lassen muss.

Schein und Sein

Zeitlos und von Moden unabhängig ist dagegen die Bezeichnung "Schaumschläger". Der Schaumschläger sorgt immer für viel Aufsehen, hält große Reden und prahlt mit seinen Fähigkeiten, hat aber letztlich nur wenig zu bieten.

Viel zu bieten hat der "Dünnbrettbohrer" übrigens auch nicht. Ganz gleich, ob bei seiner Arbeit oder auf der Karriereleiter: Immer sucht er den einfachsten Weg, will mit möglichst wenig Einsatz möglichst weit und hoch kommen. Er ist ein oberflächlicher, bequemer Mensch und somit das Gegenstück zum engagierten Idealisten, der für seine Überzeugung kämpft. Er unterscheidet sich auch vom peniblen, übergenauen "Erbsenzähler", für den weniger der Inhalt zählt als die Korrektheit der Form.

Der eine macht vor – der andere nach

Der "Überflieger" hat all das nicht nötig. Mit der besonderen Begabung ausgestattet, schneller als andere zu verstehen und zu begreifen, eignet er sich in kürzester Zeit alles an, was man für Beruf und Karriere wissen muss.

Eine besondere Spezies ist der "Trittbrettfahrer". Er lebt von der Nachahmung. Sei es, dass er als Angestellter schnell die gleiche Meinung vertritt wie der neue Chef, als Händler das erfolgreiche Produkt des Konkurrenten im Angebot hat oder als Politiker die Slogans anderer übernimmt, um beim Volk gut anzukommen.

Prolos und Bonzen

"Proletarier" war früher ein politischer Klassen- und Kampfbegriff und stand für die benachteiligten Menschen der gesellschaftlichen Unterschicht. Umgangssprachlich übrig geblieben ist von dem Wort "Proletarier" heute nur der so genannte "Proll" oder auch "Prolo", ein abwertender und oft diskriminierender Begriff, der mit Politik kaum noch etwas zu tun hat. Er steht für eine schlichte und derbe Ausdrucksweise und grobe Umgangsformen.

Am anderen Ende der Gesellschaft stehen die so genannten "Bonzen": Menschen mit Geld und Macht, die beides auch gerne zeigen und einsetzen und selten als feinsinnig gelten.

Die Ewiggestrigen

Stetes Feindbild der Intellektuellen ist der "Spießer", hochsprachlich auch "Spießbürger" genannt. Sein Name leitet sich vom Vorrecht der mittelalterlichen Stadtbewohner ab, Waffen tragen zu dürfen. Heute gilt als Spießer, wer starr an alten Lebensgewohnheiten festhält und engstirnig alles Neue und Moderne ablehnt.

Zicke, Warmduscher, Überflieger oder Spießer: welchen dieser Typen Sie verkörpern, hängt oft nicht von Ihnen allein ab, sondern vom Betrachter. Und natürlich davon, wie wohl der Ihnen gesonnen ist.

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