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Kultur

Chaos und Anarchie in den Südstaaten

Hunderttausende Menschen warten weiter unter extremsten Bedingungen auf Rettung aus dem Katastrophengebiet. 20 Staaten und die UNO haben Hilfe angeboten. US-Präsident Bush lehnte ab.

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Warnung vor dem Hunde, der hässlichen Frau und scharfen Waffen


Verwesende Leichen in der Straßen der weitgehend überschwemmten Millionen-Stadt, bis zu 300.000 Menschen, die in der Katastrophenregion ohne genügend Trinkwasser, Nahrung und Medikamente festsitzen, überforderte Einsatzkräfte - die Bilder erinnern an eine Flüchtlingskatastrophe in der Dritten Welt. Bewaffnete Plünderer und marodierende Banden verschärfen das Elend der Menschen zusätzlich. Als Rettungskräfte eine überflutete Klinik evakuieren wollten, wurden sie von einem Heckenschützen beschossen. In anderen Straßen der Stadt waren Schüsse zu hören.

"Shoot to kill"

Angesichts der um sich greifenden Gesetzlosigkeit forderte die Gouverneurin von Louisiana, Kathleen Blanco, 40.000 Nationalgardisten an, um die Ordnung in ihrem Bundesstaat wieder herzustellen. 300 kampferprobte Irak-Veteranen sollen die Anarchie stoppen. "Diese Soldaten sind gerade aus dem Irak zurück, sie sind gut trainiert, erfahren, kampferprobt und sie stehen unter meinem Befehl, um in den Straßen der Stadt wieder für Ordnung zu sorgen", sagte die Gourverneurin. Sie hätten den Befehl "Shoot to kill".

Der Chef der Polizei von Louisiana, Henry Whitehorn, sagte, er habe gehört, dass mehrere Beamte in New Orleans ihre Dienstmarke abgegeben hätten. "Sie sagten, sie hätten alles verloren und wollten jetzt nicht zurückgehen, um sich von Plünderern erschießen zu lassen."

Internationale Hilfe angeboten

New Orleans / Katrina: Evakuierung per Hubschrauber

Evakuierung von Klinikpatienten per Hubschrauber

Mehr als 20 Länder - darunter Frankreich, China, Russland, Deutschland - haben Hilfe angeboten, außerdem die NATO und die UN. Sie könnten Ärzteteams, Boote, Flugzeuge, Zelte, Decken und Generatoren schicken. Das Ausmaß der Katastrophe mache es möglicherweise notwendig, den Amerikanern mit materieller Hilfe aus dem Ausland oder der Expertise der UN Beistand zu leisten, sagte Annan. US-Präsident Bush erklärte jedoch in einem Interview, die USA kämen alleine zurecht. "Ich erwarte viel Anteilnahme und vielleicht schicken ein paar Bargeld. Aber dieses Land wird aufstehen und sich um alles kümmern", sagte er. Die Ereignisse in den Südstaaten nannte er "eine der größten Naturkatastrophen in der Geschichte unseres Landes".

Selbst ist das Land …

Der US-Kongress bewilligte 10,5 Milliarden Dollar Soforthilfe für die Opfer des Hurrikans. Das Abgeordnetenhaus musste noch zustimmen. Die Rettungsaktion sei im vollen Umfang angelaufen. 50 Ärzteteams und Dutzende Rettungsteams mit insgesamt 1800 Helfern seien in New Orleans eingetroffen, tausende Generatoren, Decken und Feldbetten sowie mehr als 13 Millionen Liter Trinkwasser ebenfalls, sagte Heimatschutzminister Michael Chertoff. Das US-Militär entsandte Schiffe, Hubschrauber und insgesamt 22.000 Nationalgardisten zur Unterstützung der Rettungskräfte in die am schwersten betroffenen Südstaaten Louisiana und Mississippi.

… aber kommt die Hilfe auch an?

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Die Wut der Menschen an der zerstörten Südküste auf ihrer Regierung ist in den vergangenen Tagen jedoch ständig gestiegen. Die Rettungsarbeiten kommen nur langsam voran. George W. Bush gerät unter Druck. Die Regierung habe zu wenig für den Hochwasserschutz getan. Dokumente aus der zuständigen Behörde zeigten, dass in den vergangenen Jahren nicht das Geld zur Verfügung gestanden hätten, das beantragt und gebraucht worden wäre, um Dämme, Deiche und Flutanlagen zu modernisieren.

Nachdem "Katrina" New Orleans überquert hatte, war einer der Dämme gebrochen, die die zu großen Teilen unter dem Meeresspiegel liegende Stadt vor einer Überflutung schützen sollte. Seither stehen mehr als 80 Prozent der Stadt unter Wasser. Am Donnerstag waren 234.000 Quadratkilometer entlang der Golfküste zu Katastrophengebieten erklärt, eine Fläche etwa so groß wie Großbritannien. "Ganze Städte wurden ausgelöscht", sagte Michael Chertoff. (arn)

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