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Fußball

Chaos im ukrainischen Fußball

Die Krise im ukrainischen Fußball hat einen neuen Tiefpunkt erreicht: Nachdem bekannt geworden war, dass die Finanzierung der EM-Vorbereitung gefährdet ist, droht nun auch der nationalen Liga das Aus.

Olympiastadion von Kiew im Umbruch (Foto: RIA Novosti)

Noch eine Baustelle: Das Olympiastadion von Kiew

Der Fußball in der Ukraine stürzt immer mehr in die Krise: Das Finanzloch für die Europameisterschaft 2012 hat sich deutlich ausgeweitet. Und jetzt steht auch noch die höchste nationale Fußball-Liga wenige Tage vor dem Saisonstart vor dem Aus. Die Euphorie nach dem Gewinn des UEFA-Pokals durch Schachtjor Donezk gegen Werder Bremen ist längst wieder verflogen.

13 Jahre Fußball-Geschichte ausgelöscht?

Siegerehrung des UEFA-Cup-Siegers 2009, Schachtjor Donezk in Istanbul

Ukrainischer Jubel nach dem UEFA-Cup-Sieg von Donezk

Ein Gericht in Kiew hat angeordnet, dass die höchste ukrainische Fußball-Liga in ihrer jetzigen Form nicht weiter bestehen dürfe, da deren Satzung nicht dem Gesetz entspräche. Sollte das Urteil des Gerichts rechtskräftig werden, müssten die gesamten Ergebnisse der letzen 13 Jahre annulliert werden. Der ukrainische Fußball-Verband nimmt die Entscheidung sehr ernst. "Wir haben nun 30 Tage Zeit, die Statuten zu ändern", sagte Präsident Grigorij Surkis. Er gehe aber davon aus, dass die Saison wie geplant beginnen kann. Das Duell um den Supercup am vergangenen Wochenende hat jedenfalls stattgefunden.

Qualifikation für europäische Wettbewerbe nicht betroffen

Die UEFA fühlt sich für die Vorgänge in der Ukraine nicht zuständig, da nur die nationale Liga betroffen sei. Man warte auf einen Bericht, hieß es in der UEFA-Zentrale in Nyon. Die Teilnahme an den Qualifikationsrunden zur Champions League und für die Europa League sei für die ukrainischen Clubs nicht gefährdet.

Weitaus kritischer sieht die UEFA den Stand der ukrainischen Vorbereitungen für die Europameisterschaft 2012. Der Verband hatte mehrmals einen schnelleren Bau von Sportstätten, Straßen und Hotels angemahnt. Von den vier Spielorten Lemberg, Donezk, Dnjepropetrowsk und Kiew akzeptierte die UEFA nur das Olympiastadion in der Hauptstadt Kiew. Die anderen Städte haben bis zum 30. November Zeit zur Nachbesserung. Für die Arenen im Co-Gastgeberland Polen hat die UEFA bereits grünes Licht gegeben.

Neues Finanzloch von 665 Millionen Euro

UEFA-Präsident Platini und der ukrainische Fußball-Verbandschef Surkis (Foto: AP)

UEFA-Chef Platini und Verbandschef Surkis

Am Montag hatte der ukrainische Staatspräsident Viktor Juschtschenko für weitere Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Nur fünf Prozent des EM-Etats von umgerechnet 700 Millionen Euro seien gesichert. Also fehlen 665 Millionen Euro - und das trotz einer Geldspritze durch das Parlament in Kiew. Man müsse zusammen mit der Zentralbank und dem Finanzministerium neue Geldquellen finden, sagte Juschtschenko. "Das Aufbringen der Mittel darf weder den Finanzmarkt des Landes destabilisieren, noch die nationale Währung schwächen", warnte das Staatsoberhaupt. Mit seiner Mahnung griff Juschtschenko auch Premierministerin Julia Tymoschenko an, die zuletzt trotz Finanzkrise von problemlosen EM-Vorbereitungen gesprochen hatte.

Aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten waren zuletzt auch immer wieder deutsche Städte als EM-Ersatzspielorte genannt worden - in der vergangenen Woche erstmals auch von UEFA-Präsident Michel Platini. Spekuliert wurde mit Berlin und Leipzig. Beim Deutschen Fußball-Bund wollte man jedoch von einer neuen Lage nichts wissen. DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach erklärte, man gehe davon aus, dass die Bauarbeiten in der Ukraine rechtzeitig beendet werden und die Spiele dort stattfinden könnten. (of/ab/sid/dpa)

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