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Bundesliga

Chaos beim HSV nach Müllers Verletzung

Als hätte der HSV nicht schon genug Probleme, verletzt sich Schlüsselspieler Nicolai Müller am Samstag schwer: Beim Jubeln reißt ihm das Kreuzband. Jetzt soll Ersatz geholt werden, dabei muss Hamburg eigentlich sparen.

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Zwar verbietet es sich, über die schwere Verletzung Nicolai Müllers blöde Witze zu machen, doch sorgt der Kreuzbandriss des Offensivspielers, den er sich bei seinem übertriebenen Torjubel nach dem 1:0 gegen den FC Augsburg zugezogen hat, doch für berechtigtes Kopfschütteln. Müller, von der Vereinsführung zum unverkäuflichen Schlüsselspieler erklärt, wird lange fehlen und kann wohl erst in der Rückrunde wieder auf dem Platz stehen. "Es ist so dumm gelaufen", kommentierte Müller seinen folgenschweren Fehltritt in der "BILD"-Zeitung. Eine Einschätzung, die man uneingeschränkt unterschreiben kann.

Zu viele teure Spieler

Wenn jemals eine Verletzung zur Unzeit gekommen ist, dann diese: Denn eigentlich ist der HSV dabei, noch vor dem Ende der Transferperiode am 31. August Spieler loszuwerden, die den Etat zu stark belasten. Konkret geht es um Lewis Holtby, Pierre-Michel Lasogga und Aaron Hunt, deren hochdotierte Verträge noch aus einer anderen Zeit stammen. Außerdem soll der Brasilianer Douglas Costa den Verein verlassen.

Auch bei Müller wurde vor seiner Verletzung längere Zeit über einen Wechsel spekuliert, doch der HSV hat ihn trotz eines lukrativen Angebots des VfL Wolfsburg gehalten. Der Ex-Nationalspieler wäre wohl gerne gewechselt. Seinen im Sommer 2018 auslaufenden Vertrag beim HSV hat er jedenfalls nicht verlängert. In Anbetracht der Verletzung könnte für Müller - und das wäre aus Hamburger Sicht der einzig positive Nebeneffekt - eine Vertragsverlängerung in Hamburg wieder ein Thema werden. Für die Zeit bis Müller wieder fit ist, soll nun aber auf die Schnelle noch ein neuer Spieler verpflichtet werden.

HSV-Investor Kühne: "Hort der Luschen"

"Wir werden uns zusammensetzen und überlegen, welche Konsequenzen zu ziehen sind. Der Trainer muss sagen, was zu tun ist", kündigte HSV-Vorstandschef Heribert Bruchhagen in der Talk-Sendung "Doppelpass" auf Sport1 an. Das Problem: Der Markt ist nicht gerade randvoll mit Offensivspielern von Müllers Qualität. Und wenn, dann liegen die Kosten in einem Bereich, den sich die Hamburger eigentlich nicht leisten können. Womit der umstrittene und zuletzt streitbare HSV-Investor Klaus-Michael Kühne wieder ins Spiel kommt. Nur wenn er erneut Millionen zuschießt, ist ein Transfer möglich.

Klaus-Michael Kühne (picture alliance/dpa/C.Sabrowsky)

Hamburgs Geldgeber Klaus-Miachel Kühne hält offenbar nicht viel von der Vereinsführung

Kühne hatte vor einigen Tagen zum Rundumschlag ausgeholt: Zunächst wurde Trainer Markus Gisdol abgewatscht, dann der Vorstand als Reisender "auf der falschen Chaussee" gerügt und schließlich Sportdirektor Jens Todt Unfähigkeit beim Verkauf gut verdienender Profis vorgeworfen. Mit Blick auf den Kader sprach der 80-Jährige von einem Hort der "Luschen". Den Fünfjahresvertrag für Lasogga und dessen Gehalt bezeichnete Kühne als "Flop des Jahrhunderts".

Hamburg, eine Top-Adresse?

Und ausgerechnet bei ihm müssen die HSV-Oberen jetzt um neues Geld für einen Müller-Ersatz bitten. Man darf davon ausgehen, dass Kühne bei der Personalwahl ein Wort mitreden wird. Gleichzeitig darf bezweifelt werden, dass das Hick-hack zwischen Investor und Vereinsführung den HSV für potentielle Neuzugänge in einem besseren und attraktiveren Licht erscheinen lässt - wobei man sich manchmal wundert, wer in den vergangenen Monaten und Jahren nicht alles trotzdem zum HSV gewechselt ist.

Begründung: Hamburg sei nach wie vor eine Top-Adresse, und man gehe davon aus, beim HSV sportlich den nächsten Schritt nach oben machen zu können. Erfüllt haben sich diese Voraussagen bislang allerdings für keinen der Neuzugänge.