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Asien

Chance auf Frieden am Hindukusch?

In Afghanistan und Pakistan wird der Tod des Al Kaida-Führers Osama Bin Laden gefeiert. Die Regierungen und Menschen dort hoffen, dass sich die Sicherheitslage in der Region verbessert.

Der afghanische Präsident Hamid Karzai bei der Pressekonferenz am 02. Mai 2011 in Kabul (Foto: AP)

Der afghanische Präsident Hamid Karsai bei der Pressekonferenz am 02. Mai 2011 in Kabul

Der Tod Osama Bin Ladens hat in Afghanistan hohe Wellen geschlagen. Der afghanische Präsident Hamid Karzai begrüßte die militärische Aktion der US-Armee und wies darauf hin, dass es sinnlos sei, im Kampf gegen den Terrismus nur afghanische Dörfer zu bombardieren. "Der Krieg muss dort geführt werden, wo der Terrorismus einen Zufluchtsort hat und wo sich seine Finanzierer und Ausbildungslager befinden", so Karzai. Im Moment befinden sich rund 150.000 ausländische Soldaten in Afghanistan, die gegen aufständische Taliban kämpfen. Die Zukunft der Truppen ist noch offen.

Großer Schritt in Richtung Frieden

Viele Menschen in Afghanistan sehen den Tod des Al-Kaida-Führers als Beginn einer neuen Zeit. Der Frieden sei einen weiteren Schritt näher gerückt. In der südafghanischen Provinz Kandahar, wo Osama Bin Laden mehrere Jahre lebte, spricht Shirin Agha, Mitglied des Provinzrats, sogar von einer großen Wende für Afghanistan. "Die Menschen hier sind erleichtert. Bin Laden und der Terrorismus waren in Afghanistan wie eine schlimme Krankheit, die Ansteckungsgefahr sehr groß." Nun sei die Krankheit endgültig besiegt.

Nach dem Sturz der Taliban-Regierung in Afghanistan 2001 war der Terroristenführer Bin Laden in den bergischen Grenzregionen zwischen Afghanistan und Pakistan untergetaucht. Rangin Spanta, einer der einflussreichsten Sicherheitspolitiker Afghanistans und früherer Außenminister, fordert im Interview mit der Deutschen Welle das Nachbarland auf, "ehrlich im Kampf gegen den Terrorismus" zusammenzuarbeiten.

Pakistanische Polizei untersucht Passanten vor dem US-amerikanischen Konsulat in Karachi. (Foto: EPA)

Pakistan verschärft die Sicherheitskontrolle nach dem Tod Bin Ladens

Ehrliche Zusammenarbeit mit Pakistan gewünscht

Das pakistanische Außenministerium bestätigte am Montag (02.05.)zwar den Tod von Bin Laden, räumte aber ein, dass die Regierung in Islamabad erst später von der Militäraktion gewusst habe. Pakistan sei immer bereit, sich im Kampf gegen den internationalen Terrorismus zu engagieren, so eine Sprecherin. Auch nach dem Tod von Osama Bin Laden werde Pakistan den Kampf weiter unterstützen. Nach einer Statistik der pakistanischen Regierung sind allein in den letzten Jahren mehr als 5.000 Soldaten und 30.000 Zivilisten im Kampf gegen die Terrororganisation El Kaida ums Leben gekommen. Warum sich Bin Laden offenbar seit Jahren unbehelligt nur zwei Autostunden von der Hauptstadt Islamabad entfernt aufhalten konnte, wurde nicht beantwortet.

Unterdessen werden die Sicherheitsvorkehrungen im ganzen Land, einschließlich der Hauptstadt Islamabad, auf die höchste Stufe verschärft. Ameer Haider Khan Hoti, Gouverneur der pakistanischen Grenzprovinz Khyber Pukhtoonkhwa, warnt vor Vergeltungsanschlägen. ''Terroristische Anschläge passieren auf der ganzen Welt unter dem Dach der Al Kaida. Der Tod von Osama Bin Laden kann auch weitere Reaktionen auslösen.'' Der Schutz von US-amerikanischen Einrichtungen wird verstärkt. Die pakistanischen Taliban drohten der Regierung in Islamabad und führenden Politikern am Montag schon mit Racheaktionen.

Autoren: Waslat Hasrat-Nazimi und Shakoor Rahim
Redaktion: Hao Gui