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Champions League

Champions-League-Knaller mit Platzpatronen

Für den FC Bayern geht es gegen "Angstgegner" Atletico Madrid allenfalls um die Psyche. Und auch bei der Gladbacher Borussia steht das Gastspiel beim übermächtigen FC Barcelona auf der Prioritätenliste eher unten.

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Kampf um Prestige für FC Bayern und Gladbach

FC Bayern München gegen Atletico Madrid, FC Barcelona gegen Borussia Mönchengladbach. Bei diesen Paarungen der Champions League an diesem Dienstag (Anpfiff 20.45 Uhr, ab 20.30 Uhr im DW-Liveticker) müssten die Fans doch eigentlich Schnappatmung bekommen oder wenigstens mit der Zunge schnalzen. Drei Teams, die zu den besten der Welt gehören und eines (Mönchengladbach), das zumindest eine große Geschichte hat und in den vergangenen Jahren Hoffnungen bei seinen Fans weckte, dass die großen Zeiten wiederkommen könnten. Doch die meisten Fußball-Anhänger dürften eher gähnen. Diesmal geht es bei den beiden Duellen sportlich um nichts mehr. Bayern und Atletico stehen bereits als Achtelfinalisten fest, Madrid hat zudem Tabellenplatz eins in der Gruppe D sicher. Auch Barca hat das Achtelfinal-Ticket längst gelöst und den Gruppensieg eingefahren. Mönchengladbach schließlich wird Dritter der Gruppe C und damit Europa-League-Starter nach dem Winter bleiben, egal wie die Partie in Barcelona ausgeht. Die einzige noch offene Frage ist, wer die UEFA-Siegprämie von je 1,5 Millionen Euro kassiert oder ob im Falle eines Unentschiedens eine halbe Million Euro für beide Kontrahenten fällig wird.

Hummels: Sieg gegen Atletico "wäre schön"

Bayern-Verteidiger Mats Hummels hat doch noch einen weiteren Grund gefunden, warum die Partie gegen Atletico vielleicht doch eine besondere sein könnte. "Das ist jetzt nicht der Gegner, gegen den der FC Bayern in den letzten Jahren oft gewonnen hat", sagte Hummels: "Allein deswegen wäre es schön, wenn wir uns selbst zeigen, dass wir sie schlagen können." An Atletico war der deutsche Rekordmeister in der vergangenen Saison im Halbfinale gescheitert (0:1, 2:1), das erste Duell dieser Spielzeit hatte Madrid auf eigenem Platz mit 1:0 für sich entschieden. Sich mit einem Sieg gegen die Spanier in die Champions-League-Winterpause zu verabschieden, wäre für die Moral der Bayern allerdings sicher kein Fehler. In den vergangenen Bundesliga-Wochen hatten die Münchener nicht gerade vor Selbstbewusstsein gestrotzt. Die fast selbstverständliche Überlegenheit, die sie in den letzten Jahren zumindest national ausgezeichnet hatte, schien ihnen zeitweise abhanden gekommen zu sein. Und schon wurden erste kritische Stimmen laut, ob denn der neue Trainer Carlo Ancelotti wirklich die richtige Wahl als Nachfolger von Pep Guardiola gewesen sei.

Alonso und Badstuber wieder im Training

Fußball Atletico Madrid gegen Bayern München UEFA Champions League (Getty Images/D. Ramos)

Erste Partie in Madrid: Griezmanns Elfmeter an die Latte

"Sie sind spielerisch nicht mehr so stark wie unter Guardiola, das hat man schnell gemerkt", findet Atleticos Topstürmer Antoine Griezmann. Allerdings seien die Bayern unter Ancelotti "vielleicht sogar noch schwerer auszurechnen". Abschenken werde sein Team die Partie nicht, auch wenn sie eigentlich sportlich bedeutungslos sei, versicherte Griezmann: "Wir werden alles dafür tun, dort einen Punkt zu holen oder sogar zu gewinnen. Ein schönes Unentschieden würde ich nehmen, sagen wir 1:1." Bayern-Coach Ancelotti kann gegen Atletico personell fast wieder aus dem Vollen schöpfen. Der zuletzt angeschlagene Xabi Alonso kehrte ebenso ins Training zurück wie Holger Badstuber, der wegen Krankheit gefehlt hatte.

Schubert unter Druck

Borussia Mönchengladbach hat nach der 1:4-Schlappe am Wochenende bei Borussia Dortmund ganz andere Sorgen als das bevorstehende Champions-League-Spiel beim FC Barcelona. Sportdirektor Max Eberl sprach nach der hohen Niederlage von "Naivität". Alle müssten sich hinterfragen: Spieler, Trainer und auch er selbst. Punkte müssten dringend her in den letzten drei Bundesliga-Spielen vor der Winterpause, so Eberl, das stehe jetzt mehr im Vordergrund als der Auftritt bei Barca: "Es ist für alle fantastisch, dass wir ein Pflichtspiel im Camp Nou absolvieren dürfen. Aber das ist für mich momentan wirklich nicht wichtig. Das nächste Bundesligaspiel gegen Mainz ist von der Bedeutung her deutlich wichtiger."

Pique erzielt in Mönchengladbach den 2:1-Siegtreffer für Barcelona. Foto: dpa-pa

In Mönchengladbach gelang Gerad Pique (r.) der 2:1-Siegtreffer für Barcelona

Dennoch dürfte die Position des ins Kreuzfeuer der Kritik geratenen Borussia-Trainers André Schubert sicher nicht besser werden, sollten die Gladbacher eine weitere deutliche Niederlage kassieren. "In der Gruppe ist alles gelaufen, aber wir fahren da nicht hin, um eine Klatsche zu bekommen", versicherte Stürmer André Hahn vor dem Abflug nach Spanien. Einen prominenten Beobachter haben die Gladbacher sicher: Bundestrainer Joachim Löw wird sich die Partie im Camp Nou ansehen. Löw hält sich seit dem Wochenende in der katalanischen Hauptstadt auf und hatte bereits den spanischen Clasico zwischen Barca und Real Madrid (1:1) verfolgt.

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