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Fußball

Champions League: Endspiel im Visier

Vor den Halbfinal-Rückspielen herrscht bei den beiden Bundesligisten Bayern München und Borussia Dortmund große Zuversicht. Barcelona und Real Madrid hoffen indes auf eine Sensation.

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp vor dem Tor mit der Aufschrift Road to Wembley. (Foto: Federico Gambarini/dpa)

Zuversicht bei den Dortmundern: Als einziges Team sind sie im Wettbewerb bisher ungeschlagen.

Ein deutsch-deutsches Finale in der Fußball-Champions-League im Wembley-Stadion? Nicht nur für Engländer ein absoluter Alptraum. Auch die Spanier schlafen seit der vergangenen Woche sehr schlecht. Trotz der Steueraffäre von Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der frühzeitigen Bekanntgabe des Wechsel von Dortmunds Mario Götze zu den Bayern und der Gerüchte um den Vierfachtorschützen Robert Lewandowski könnte die Ausgangslage für die Deutschen nicht viel besser sein: Real Madrid kassierte bei Borussia Dortmund eine 1:4-Niederlage und muss mindestens drei Tore erzielen, um weiterzukommen. Der FC Barcelona muss sogar noch einmal mehr treffen, denn der neue deutsche Meister Bayern München fegte die Katalanen mit 4:0 aus dem Stadion.

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Borussen nochmals gefordert

Barça hofft auf Messi

Wenn es eine Mannschaft gibt, der das gelingen könnte, dann ist es freilich der FC Barcelona. Doch selbst, wenn Barças Superstar Lionel Messi im Rückspiel im Camp Nou (01.05.2013, 20:45 Uhr MESZ) einen absoluten Sahnetag erwischt, wird es zusätzlich noch ein Fußballwunder brauchen, um die Bayern noch vom Finaleinzug abzuhalten – zu stark ist momentan die bayerische Defensive und zu torhungrig die Offensive. Zudem hat es eine solche Sensation bis zu diesem Zeitpunkt noch nie in der Champions League gegeben. Dennoch glaubt Barça-Präsident Sandro Rosell an das Wunder: "Alles ist möglich", sagt er. "Es müssen aber auch alle daran glauben."

Die Bayernspieler Franck Ribery (L) und Mario Gomez kämpfen gegen Barcelonas Lionel Messi um den Ball. (Foto: PIERRE-PHILIPPE MARCOU/AFP/Getty Images)

Im Hinspiel kam er nicht zum Zuge: Weltfußballer Messi (2.v.l.)

Die Generalprobe beim 2:2 gegen Athletic Bilbao verlief ordentlich, wenn auch ohne Sieg, aber immerhin mit einem Treffer von Messi. Den zweiten bereitete er vor. Besser machte es der FC Bayern München ohne viele Stammspieler, aber dennoch mit dem knappen 1:0-Erfolg über den SC Freiburg und einem neuen Punkterekord in der Liga.

Eigentlich kann sich der deutsche Rekordmeister nur noch selbst schlagen, weiß auch Arjen Robben: "Im Fußball kann alles passieren. Und deswegen müssen wir noch mehr als im Hinspiel - also zu 100 Prozent - konzentriert sein, von der ersten Minute an. Der größte Fehler, den man jetzt machen kann, ist zu denken, dass wir schon da sind." Ein weiteres Malheur, das dem ein oder anderen Spieler geschehen könnte, wäre eine weitere Gelbe Karte. Viele Bayern-Spieler, darunter Kapitän Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger und Mario Gomez sind vorbelastet und würden bei einer weiteren Gelbe Karte in einem möglichen Finale fehlen.

Nur noch ein Schritt

Auch Borussia Dortmund hat seine Generalprobe in der Liga bestanden und mit einer auf zehn Positionen veränderten Mannschaft Fortuna Düsseldorf 2:1 geschlagen. Doch das Auswärtsspiel bei Real Madrid (30.04.2013, 20:45 Uhr MESZ) wird längst kein Selbstläufer, weiß BVB-Trainer Jürgen Klopp: "Real glaubt noch immer ans Weiterkommen. Deshalb wird hier von der ersten Sekunde an die Post abgehen." Abwehrchef Mats Hummels vermutet gar einen "Orkan" und auch Nuri Sahin hat genaue Vorstellungen: "Die werden versuchen, so schnell wie möglich das erste Tor zu machen. Dann werden sie versuchen, die Fans im Stadion mitzunehmen."

Sahin ist bis 2017 an Real Madrid gebunden, war aber Anfang des Jahres auf Leihbasis mit Kaufoption zum BVB zurückgekehrt. "Nur noch ein Schritt, dann ist das Unmögliche wirklich wahr. Dementsprechend freuen wir uns." Auch BVB-Boss Hans-Joachim Watzke gibt zu, nervös zu sein. Es sei eine gute Ausgangsposition, mehr nicht. Und es werde ein heißer Tanz, ist Watzke überzeugt. Den Respekt vor dem im legendären Estadio Bernabeu haben die Borussen schon im Gruppenspiel abgelegt: Bis kurz vor dem Schluss hatte die Borussia sogar in Führung gelegen und musste sich am Ende mit einem 2:2 zufrieden geben. Dortmund ist als einzige Mannschaft im Wettbewerb noch immer ungeschlagen.

Ronaldo richtet sich an Fans

Real Madrids Cristiano Ronaldo (L) bejkubelt seinen Treffer. (Foto: REUTERS/Ina Fassbender)

Ronaldo erzielte ein Tor im Hinspiel.

Real Madrid fährt indessen harte Geschütze auf: Auf der Homepage erinnern die Spanier an ihre großen Spiele, die sie trotz aller schlechten Vorzeichen gewonnen haben. Darunter auch die Europapokal-Saison 1985/86, als sie ebenfalls gegen eine Borussia – allerdings die aus Mönchengladbach – ein 1:5 im Achtelfinale mit einem 4:0-Sieg noch drehten. Zudem appelliert Reals Superstar Cristiano Ronaldo in dem Video-Clip "Unsere Kraft bist Du" an die Fans. Der Portugiese hat die Muskelprobleme nach dem Hinspiel auskuriert und wird auflaufen können. Madrids Trainer José Mourinho erklärt das Spiel kurzerhand zur Chefsache: "Wenn wir nicht in das Finale einziehen, wird das mein Scheitern sein." Für Madrid sei es das wichtigste Spiel der letzten zehn Jahre.

Für Dortmund wäre es das erste Champions-League-Finale seit dem Titelgewinn 1997. In die Fußball-Geschichte wird das Spiel auf jeden Fall eingehen, erklärt Klopp: "Wenn wir weiterkommen, ist es historisch. Wenn wir rausfliegen auch." Auf eine rein defensive Taktik hat Klopp übrigens keine Lust: "Es wäre Quatsch, vor dem Tor eine Menschenkette zu bilden". Vielleicht ist ja Lewandowski in ähnlicher Torlaune wie im Hinspiel.

Verpassen Sie kein Tor auf dem Weg nach Wembley! Die Deutsche Welle berichtet von beiden Spielen jeweils ab 20:45 Uhr MESZ in ihrem Live-Ticker.

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