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Kultur

"Cha Cha Cha" gewinnt Grand Prix

Mit einem furiosen Latino-Popsong hat Lettland überraschend den Schlager-Grand-Prix 2002 gewonnen. Sängerin Marie N sicherte sich in der estnischen Hauptstadt Tallinn mit "I Wanna" knapp den Sieg vor Malta.

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Marie N siegte nach einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen

"Ich bin einfach glücklich", sagte Siegerin Marie N direkt nach ihrem Triumph mit 176 Punkten vor Malta (164) und Estland (111). Die im Baltikum äußerst populäre Musikerin, hat den Siegertitel selbst geschrieben. Nach dem Sieg der estnischen Außenseiter Tanel Padar und Dave Benton im Vorjahr war es der zweite Erfolg für einen baltischen Staat in Folge. Dabei war Lettland eigentlich gar nicht für den diesjährigen Grand Prix qualifiziert, sondern erst durch die Absage Portugals nachgerückt.

Marie N Marie Naumova

Mit ihrer dramaturgisch ausgefeilten Show hatte sich Marie N in die Herzen der Europäer gezaubert. Während sie sang, streifte ihre Background-Gruppe ihren schwarz-weißen Herrenanzug ab - zum Vorschein kam ein rotes Minikleid, das sich dann doch noch als langes Abendkleid entpuppte.

Deutschland erhielt kaum Punkte

Die deutsche Corinna May erlebte eine herbe Enttäuschung: Sie landete auf dem viertletzten Platz 21 - eine der schlechtesten Platzierungen für Deutschland in der Geschichte des Eurovision Song Contest.

Grand Prix Eurovision in Tallinn, Estland, Corinna May

Corinna May landete auf Platz 21

Die zuvor als Favoritin gehandelte May führte ihr miserables Abschneiden darauf zurück, dass möglicherweise Ralph Siegels Titel "I Can't Live Without Music" der falsche war oder dass sie wegen einer Erkältung eine angeschlagene Stimme hatte. "Die Grand-Prix-Regeln sind ganz andere als bei normalen Charts», sagte die 31-jährige Bremerin. "Ich stehe immer wieder auf - Sie werden noch viel von mir hören." Grand-Prix-Veteran Siegel betonte: "Die Welt geht nicht unter." Die Gewinnerin habe ein "lustiges Lied" präsentiert.

Corinna May konnte trotz eines soliden Auftritts die Fernsehzuschauer nicht überzeugen – die Nervosität war ihr anzumerken. Sie erhielt insgesamt nur 17 Punkte – die schlechteste Wertung für Deutschland seit dem letzten Platz von Stone & Stone 1995.

Österreich und Schweiz scheiden aus

Neben Corinna May hatten auch andere favorisierte Teilnehmer das Nachsehen, so etwa Schweden, Spanien und Frankreich. Ebenfalls abgeschlagen auf hinteren Plätzen landeten Österreich und die Schweiz. Die Schweiz ist damit beim nächsten Mal in Riga nicht mehr dabei. Dasselbe gilt für Österreich. Deutschland bleibt trotz geringerer Punktzahl nur dabei, weil es als großes Land als "gesetzt" gilt.

Rund 300 Millionen Fernsehzuschauer in ganz Europa, 6400 Besucher in Tallinns Saku Suurhall und zehntausende Fans vor Leinwänden - wie bei einer Riesenparty auf der Hamburger Reeperbahn - verfolgten das Spektakel. Es war das erste Mal, dass der Schlagerwettbewerb in einem osteuropäischen Land veranstaltet wurde. (fro)

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