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Amerika

Chávez-Stellvertreter nimmt seinen Hut

Der venezolanische Vize-Präsident und Verteidigungsminister Ramon Carrizalez ist zurückgetreten. Es sei eine Entscheidung aus "rein persönlichen Gründen" gewesen, Streit mit dem Präsidenten habe es nicht gegeben.

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Der zurückgetretene Vize-Präsident Ramon Carrizalez

Seit dem Wochenende waren in dem lateinamerikanischen Land Gerüchte im Umlauf. Gerüchte über mögliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Ramon Carrizalez und Staatspräsident Hugo Chávez. Das aber wies der ehemalige Offizier Carrizalez vehement zurück. So etwas habe es nie gegeben, ein derartiger Erklärungsversuch sei "falsch und tendenziös".

Zusammen mit ihm trat seine Frau, Umweltministerin Yubiri Ortega, zurück. Carrizalez war seit 2008 Vizepräsident und seit März 2009 an der Spitze des Verteidigungsressorts. In seiner Zeit wurde ein wichtiger Rüstungsvertrag mit Russland unterzeichnet.

Venezuela Hugo Chavez Wähung Abwertung

Hugo Chávez am 10. Januar in seiner Radio- und Fernsehsendung "Hello President"

Chávez greift durch

Venezuelas Staatschef Chávez hat innenpolitisch derzeit einige Probleme zu bewältigen. So kämpft er mit wachsender Verärgerung über Strom- und Wasserknappheit sowie Wut über eine Abwertung der Landeswährung. Deshalb hatte der sozialistische Präsident unlängst den erst kurz zuvor ernannten Minister für Elektrizität entlassen.

Und auch gegen die Medien zieht Chávez zu Felde: Am Sonntag hatte er den oppositionellen Fernsehsender RCTV und fünf weitere Kabelsender abschalten lassen. Die Sender gehen davon aus, dass sie bestraft wurden, weil sie sich einer Anordnung der Regierung widersetzt hatten. RCTV hatte sich am Samstag zum zweiten Mal geweigert, eine Ansprache des Präsidenten zu übertragen. Die Regierung in Venezuela schloss in der Vergangenheit bereits mehrfach Sender. Menschenrechtsorganisationen befürchten deshalb eine ernsthafte Einschränkung der Meinungsfreiheit in Venezuela.

Autorin: Esther Broders
Redaktion: Oliver Pieper