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Aktuell Europa

CERN-Teilchenbeschleuniger läuft wieder an

Der größte Teilchenbeschleuniger der Welt ist nach einer umfassenden Modernisierung neu gestartet worden. Jetzt können Physiker wieder die Suche nach bislang unbekannten Bausteinen des Universums aufnehmen.

"Heute ist der Tag!", twitterte der zuständige Abteilungsdirektor des Europäischen Kernforschungszentrums (CERN), Frédérick Bordry, aus dem Kontrollzentrum in der Schweiz.

Das Wiederanlaufen des in zweijähriger Arbeit umfassend modernisierten weltgrößten Teilchenbeschleunigers - Large Hadron Collider (LHC) - war ursprünglich für die letzte Märzwoche vorgesehen. Am 21. März war jedoch ein Kurzschluss in einem der Magnetkreisläufe aufgetreten.

Cern Teilchenbeschleuniger Frederick Bordry

Stolz: der zuständige Abteilungsdirektor des Europäischen Kernforschungszentrums, Frédérick Bordry

Nach der erfolgreichen Behebung werden wieder Elementarteilchen in die 27 Kilometer Umlaufbahn des LHC eingeleitet und bei nahezu Lichtgeschwindigkeit zur Kollision gebracht. In den Zerfallsprodukten der Zusammenstöße suchen Physiker nach bislang unbekannten Bausteinen des Universums. Auf diese Weise war vor drei Jahren am LHC das zuvor nur hypothetisch bekannte Higgs-Teilchen nachgewiesen worden, das anderen Teilchen deren Masse verleiht.

Hoffen auf die Existenz "Dunkler Materie"

Die Forscher wollen nun mit Hilfe der sogenannten "Weltmaschine" weitere Rätsel des elementaren Aufbaus der Welt lösen. Sie hoffen, in den kommenden Jahren erstmals konkrete Beweise für die Existenz Dunkler Materie sowie Informationen über deren Zusammensetzung zu bekommen. "Der Neustart des LHC mit deutlich höherer Energie gibt uns die Chance in neue, unbekannte Regionen vorzustoßen und neue physikalische Phänomene wie zum Beispiel die Dunkle Materie nachzuweisen", erklärte der Direktor für Teilchenphysik des Deutschen Elektronen-Synchrotons (DESY), Joachim Mnich. Das DESY ist mit rund 150 Mitarbeitern an den Experimenten des CERN beteiligt. Insgesamt gehören rund 1000 deutsche Forscher zu den weltweit Zehntausenden Wissenschaftlern, die in die Experimente mit der "Weltmaschine" einbezogen sind.

Der unterirdische Teilchenbeschleuniger war im Februar 2013 nach dreijährigem Betrieb heruntergefahren und anschließend modernisiert worden.

pg/qu (dpa, afp)