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Wirtschaft

CeBIT dieses Jahr kleiner und billiger

Bei der weltgrößten Messe für Informationstechnologie ist schnelles Internet ein Topthema. Doch die Messe selbst steht auf der Leitung. Aussteller- und Besucherzahlen sind weiter rückläufig.

Ein Arbeiter putzt ein Schild Russia Cebit (Quelle: AP)

Herausputzen für den großen Auftritt: Russland ist in diesem Jahr Parterland der CeBIT

Angela Merkel hat am Mittwoch (14.3.2007) die CeBIT in Hannover eröffnet. Die Bundeskanzlerin rief Politik und Wirtschaft zu Innovationen auf: "Hightech-Produkte und innovative Dienstleistungen sind das Aushängeschild der deutschen Wirtschaft. Dass dies auch in Zukunft so bleibt, ist allerdings keine Selbstverständlichkeit." Auf der weltgrößten Messe für Informationstechnik und Telekommunikation zeigen ab Donnerstag mehr als 6000 Aussteller aus 77 Ländern ihre Neuheiten und tauschen sich mit den Besuchern über Entwicklungstrends der Branche aus. 54,6 Prozent der Aussteller kommen aus dem Ausland, die meisten aus Taiwan.

Angesichts eines Rückgangs der Besucherzahlen um fast 50 Prozent seit 2001 will sich die CeBIT wieder verstärkt auf Angebote für die IT-Abteilungen von Unternehmen konzentrieren. Dabei geht es in diesem Jahr um Lösungen für die Datenkommunikation, für Logistik und Geschäftsabläufe, um leistungsfähige Server mit Mehrfachprozessoren sowie um Softwaretrends wie das Web 2.0. Daneben werden aber auch neue Angebote für die Unterhaltungselektronik vorgestellt. Zur Ausstellungsfläche von insgesamt 280.000 Quadratmetern gehört auch die Sonderschau "digital living" mit Angeboten zur digitalen Unterhaltung.

Eintrittskarten zum Schleuderpreis

Zwei Personen vor blauem funkelndem Hintergrund beugen sich über einen Laptop (Quelle: AP)

Schnelle Internetdienste sind auch in diesem Jahr ein Fokus

Kurz vor Beginn der CeBIT hat die Veranstalterin Deutsche Messe AG mindestens 50.000 Tickets zum Schleuderpreis von unter einem Euro pro Stück an Aussteller verkauft. Ein Messe-Sprecher bestätigte am Mittwoch einen Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". Die Messe habe Pakete von jeweils 500 Tickets zu 490 Euro an kleine und mittlere Aussteller verkauft, also zu 0,98 Euro je Karte. Damit gingen die Messe-Macher auf kleine und mittlere Unternehmen zu, deren Messebudgets kleiner geworden sei.

Normalerweise kostet ein CeBIT-Ticket an der Tageskasse 38 Euro, im Vorverkauf 33 Euro. Die Zahl der Aussteller bei der CeBIT ist in diesem Jahr weiter zurückgegangen, die Ausstellungsfläche deutlich gesunken. 2008 soll die CeBIT grundlegend reformiert werden. Im Mittelpunkt dabei steht auch, die Messekosten für die Aussteller zu senken.

Harte Zeiten für die CeBIT

Die CeBIT steckt in der Krise. Viele Aussteller sind auf die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin, die Mobilfunkmesse 3GSM in Barcelona oder die Games Convention in Leipzig abgewandert. Die Veranstalter rechnen in Hannover mit nur noch 450.000 Gästen. Das sind etwa halb so viele wie in besseren Tagen und nur wenig mehr als im Eröffnungsjahr 1986.

Die CeBIT wird traditionell vom Bundeskanzler eröffnet. Für Angela Merkel ist es der zweite Auftritt vor diesem Forum. Vor ihr spricht der stellvertretende russische Ministerpräsident Sergej Naryschkin. Russland ist in diesem Jahr Partnerland der CeBIT und mit 150 Ausstellern in den Messehallen vertreten, 70 Prozent mehr als 2006. Die CeBIT dauert bis zum 21. März.

Neue Industrietrends

Wehende Fahnen mit Aufschrift CeBIT (Quelle: AP)

Wehende Fahnen draußen - doch die CeBIT ist in der Krise

Zu den Trends im Fokus der diesjährigen CeBIT gehören unter anderem neue, schnelle Internetdienste auf UMTS-Basis, Telefon und Fernsehen über das Internet sowie neue Infrastrukturen, um der explodierenden Datenmange im WWW Herr zu werden. An konkreten Konzepten sollen etwa clevere Touchscreens vorgestellt werden, die die Bewegung mehrer Finger interpretieren können oder Software, die gar nicht erst auf dem PC installiert wird, sondern direkt aus dem Netz laufen kann. So baute in den vergangenen Wochen Google sein Angebot Netz-basierter Büroprogramme aus und Adobe kündigte eine Web-Version seiner Bildbearbeitungssoftware Photoshop an. Auch der Windows-Hersteller Microsoft hat den Trend im Blick. (rri)

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