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Wirtschaft

CeBIT-Abschlussbilanz: weniger Besucher, weniger Aussteller

Sie ist die größte Computer- und Technik-Messe der Welt: die CeBIT. Doch sie hat offensichtlich etwas an Faszination eingebüßt. Zudem verpasste ihr die Wirtschaftskrise dieses Jahr einen herben Dämpfer.

Ein Messebesucher geht am Sonntag (08.03.2009) auf der CeBIT in Hannover an einem CeBIT 2010 Plakat vorbei (Foto: dpa)

Fast 20 Prozent weniger Besucher als im Vorjahr kamen zur CeBIT

Messebesucher stehen am Sonntag (08.03.2009) auf der CeBIT in Hannover vor einer dreidimensionalen Lichtinstallation (Foto: dpa)

Messebesucher stehen vor einer dreidimensionalen Lichtinstallation

Die Bilanz der CeBIT fällt trübe aus: Die Besucherzahl sank nach Angaben der Veranstalter gegenüber dem Vorjahr um knapp ein Fünftel auf etwa 400.000. Die Zahl der Aussteller ging auf 4300 zurück, gut 1500 weniger als im Vorjahr. Die Ausstellungsfläche verringerte sich um ein Fünftel auf rund 200.000 Quadratmeter. Zu den Schwerpunkten der CeBIT, die vom 3. bis zum 8. März auf dem Messegelände in Hannover stattfand, zählten mobiles Internet, Sicherheit im Netz und umweltfreundlichere Informationstechnologie.

Rotstift angesetzt

Die schwache Resonanz, die die CeBIT von Ausstellern und Besuchern erfuhr, haben die Messe-Macher wohl weniger sich selbst zuzuschreiben als vielmehr der Wirtschaftskrise. Viele Unternehmen setzten im Angesicht der Krise bei ihren Marketing- und Reisebudgets den Rotstift an. Vor allem Firmen aus Asien verzichteten auf einen CeBIT-Auftritt. So hatten große Konzerne wie die Elektronik-Riesen Toshiba und Samsung in diesem Jahr keinen eigenen Stand auf der CeBIT.

Die Unsicherheit über die Zukunft veranlasst zudem viele Unternehmen, ihre Ausgaben für Informationstechnologie (IT) zu senken. Das geht aus der "IT-Studie 2009" hervor, die das "Handelsblatt" und die Unternehmensberatung Droege auf der CeBIT vorstellten. Demnach wollen 43 Prozent der 322 befragten Firmen ihre IT-Investitionen in diesem Jahr kürzen. Ein Drittel wolle die Ausgaben stabil halten, der Rest plant Mehrausgaben.

Auch die relativ verhaltenen Umsatzprognosen der IT-Unternehmen zeigen, dass von Boomstimmung in der Branche keine Spur mehr ist. Der Branchenverband Bitkom rechnet für 2009 mit einer Umsatz-Stagnation - Verbandschef August-Wilhelm Scheer nannte das während der Messe etwas schönrednerisch "Nullwachstum".

Messe-Baustellen

CeBIT-Halle (Foto: dpa)

Trotz Besucher-Rückgang: die CeBIT zieht immer noch viele Menschen in ihre Hallen

Die CeBIT kämpft aber auch mit hausgemachten Schwachstellen. Einige Unternehmen der Technik-Industrie - vor allem solche aus den Bereichen Mobilfunk und Unterhaltungselektronik - fühlen sich nach Einschätzung von Branchenbeobachtern auf der CeBIT nicht mehr richtig aufgehoben und setzen daher auf andere Messen. So findet seit einigen Jahren in Barcelona nur wenige Wochen vor der CeBIT der Treff der Mobilfunk-Industrie statt (Mobile World Congress). Diese Messe ist für die CeBIT zu einem scharfen Wettbewerber geworden. Und Unternehmen der Unterhaltungselektronik setzten in Deutschland in jüngster Zeit immer mehr auf die Funkausstellung IFA in Berlin.

Ernst Raue, CeBIT-Vorstand der Deutschen Messe AG, zog trotz der mageren Zahlen ein positives Fazit: Die CeBIT sei der "Fels in der Brandung", sagte er. Sie sei die größte IT-Messe der Welt, viele andere Messen dieser Art gebe es gar nicht mehr. Die CeBIT sei in diesem Jahr "sehr effizient" gewesen. Die Zahl der Fachbesucher sei gestiegen, viele Unternehmen hätten Hannover mit vollen Auftragsbüchern verlassen. Für das kommende Jahr gab Raue sich zuversichtlich. Mehrere Unternehmen, die in diesem Jahr nicht mit einem eigenen Stand auf der CeBIT waren, hätten deutliches Interesse an einer Rückkehr im nächsten Jahr angemeldet, sagte er. Die nächste CeBIT wird vom 2. bis zum 6. März 2010 in Hannover ausgerichtet. Sie dauert damit nur noch fünf statt wie bisher sechs Tage.

Tageskarten kosteten übrigens dieses Jahr 38 Euro. Dauerkarten waren im Vorverkauf für 71 Euro zu haben, an der Tageskasse für 81 Euro. Ermäßigte Tageskarten zum Beispiel für Schüler oder Wehrpflichtige kosteten 17 Euro. (mas)

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