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Präsidentenwahl in Frankreich

Cazeneuve: Angst vor Wahltag nicht nachgeben

Wieder steht Frankreich unter Schock. Die Regierung ruft nach dem Anschlag in Paris zur Einheit auf. Doch die Kandidaten der Präsidentenwahl setzen in ihren Reaktionen unterschiedliche Akzente.

Frankreich Bernard Cazeneuve (Reuters/P. Wojazer)

"Geist der Verantwortung": Premier Bernard Cazeneuve

Nach dem tödlichen Anschlag auf Polizisten in Paris hat der französische Regierungschef Bernard Cazeneuve seine Landsleute ermutigt, sich nicht einschüchtern zu lassen. Zwei Tage vor der Präsidentenwahl appellierte er nach einem Treffen des Sicherheitskabinetts an den "Geist der Verantwortung und an die Würde jedes Einzelnen".

Cazeneuve rief die Franzosen zur Einheit auf. Mit Blick auf die erste Runde der Wahl erklärte er: "Nichts darf diesen für unser Land fundamentalen demokratischen Augenblick beeinträchtigen." Mehr als 50.000 Polizisten würden eingesetzt, um die Abstimmung zu schützen.

Anschlagsnachricht platzte in TV-Debatte

Während der oder die Angreifer auf den Champs-Élysées - einem der beliebtesten Touristenziele in der Haupstadt - zuschlugen, lief im Fernsehen gerade die letzte gemeinsame TV-Debatte aller Kandidaten für die Präsidentenwahl. Deren Reaktionen auf die Attacke fielen je nach politischer Zielsetzung unterschiedlich aus.

Frankreich Marine Le Pen (Reuters/B. Tessier)

"Überwachte Ausländer ausweisen": Marine Le Pen

Während die rechtsextreme Kandidatin Marine Le Pen die Regierung aufforderte, alle von den Geheimdiensten überwachten Ausländer sofort auszuweisen, erklärte der parteilose Bewerber Emmanuel Macron, die Terroristen wollten, "dass die Franzosen der Unvernunft nachgeben und sich spalten".

Le Pen und Macron haben laut Umfragen die besten Aussichten, in die Stichwahl zu kommen - allerdings dicht gefolgt von dem Konservativen François Fillion und dem Linksaußen Jean-Luc Mélenchon. Der Sozialist Benoît Hamon gilt inzwischen als chancenlos.

Frankreich Emmanuel Macron (Getty Images/AFP/M. Bureau)

"Nicht der Unvernunft nachgeben": Emmanuel Macron

Fillon, der durch eine Scheinbeschäftigungsaffäre um seine Ehefrau unter Druck steht, sagte, der Kampf gegen "islamistischen Totalitarismus" müsse die Priorität des nächsten Präsidenten sein. Ebenso wie Macron und Le Pen strich der Konservative wegen des Anschlags geplante Wahlkampfauftritte, "weil wir Solidarität zeigen müssen". Der Linke Mélenchon beschwor die Franzosen, sich der Gewalt nicht zu beugen oder in Panik zu verfallen.

Frankreich Francois Fillon (Getty Images/AFP/P. Kovarik)

"Anti-IS-Kampf hat Priorität": François Fillon

US-Präsident Donald Trump erklärte unterdessen, er sei überzeugt, das Attentat werde große Auswirkungen auf das Wahlergebnis in Frankreich haben.

Mehrere Experten sehen dies freilich anders. So erklärte der französische Soziologe und Islamwissenschaftler Gilles Kepel, nach seiner Einschätzung werde der Anschlag von Paris das Ergebnis der Abstimmung nicht wesentlich beeinflussen. "Um noch irgendetwas zu drehen, ist es zu spät", sagte Kepel der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

jj/fab (dpa, afp, kna)

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