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Nahost

Carter zu Besuch in Gaza

Der ehemalige US-Präsident sei nach Besichtigung der Region "den Tränen nahe gewesen". Carter traf sich auch zu Gesprächen mit dem Führer der palästinensischen Hamas.

Jimmy Carter und Ismail Haniyeh bei einem Treffen in Gaza Stadt. Quelle: AP

Seltenes Treffen: Jimmy Carter und Ismail Haniyeh in Gaza Stadt

"Die Einwohner Palästinas werden wie Tiere behandelt," sagte Carter in einer anschließenden Pressekonferenz. Er rief zu einer Versöhnung zwischen den Palästinenserfraktionen sowie zwischen den Palästinensern und Israel auf. Außerdem müsse der Raketenbeschuss auf Israel aufhören, so Carter.

2006 gewann die Hamas die Parlamentswahlen in den palästinensischen Autonomiegebieten. Die internationale Staatengemeinschaft versagte der daraufhin gebildeten Hamas-Regierung jedoch die Zusammenarbeit, es sei denn die Hamas schwöre der Gewalt ab und erkenne das Existenzrecht Israels an. Die Mehrheit der Palästinenser betrachtet Hamas-Führer Ismael Haniya jedoch als rechtmäßig gewählten Ministerpräsidenten.

Brief an Gilad Shalit

Carter händigte Haniya außerdem einen Brief der Familie des israelischen Soldaten Gilad Shalit aus, den die Hamas weiterhin als Geisel festhält. Die Rückmeldung: man werde es in Erwägung ziehen, das Schreiben weiterzuleiten.

Haniya seinerseits sprach sich für einen Palästinenserstaat innerhalb der Grenzen von 1967 aus – Beobachter werten dies als positive Botschaft an die israelische Regierung.

Als US-Präsident vermittelte Carter zwischen Ägypten und Israel, ein Prozess der 1979 im Friedensabkommen von Camp David seinen Höhepunkt fand. Nach Ende seiner Amtszeit setzt er sich international für die Wahrung der Menschenrechte ein – 2002 erhielt er dafür den Nobelpreis. (mt/dh/afp/dpa)