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Presse

Carlos McConnie: Täglich Lifestyle Gigante

Für zwei Wochen im Monat steht er jeden Tag vor der Kamera: Carlos McConnie moderiert Euromaxx. Kultur und Lifestyle aus Berlin. Auf Spanisch für Zuschauer in Lateinamerika, seiner Heimat. Und auf Englisch.

Fotoshooting unter freiem Himmel, im Hof der DW, in der Voltastraße in Berlin. Nach wenigen Minuten gibt es zahlreiche gelungene Bilder. Carlos McConnie steht oft vor der Kamera. In seiner Heimat Puerto Rico wie in ganz Lateinamerika ist er ein Star. Er moderierte die größte Entertainmentshow im lateinamerikanischen Fernsehen, arbeitete als Model. Im Sozialen Netz hat er unzählige Fans.

Sucht man den DW-Moderator im Internet, springen einem viele Bilder entgegen: McConnie auf der Bühne, auf dem roten Teppich, im Interview mit Shakira, mit Antonio Banderas, immer umringt von schönen Frauen.

„Ich mag es, Menschen mitzureißen“

Im Gespräch dann: ein ebenso herzlicher wie bodenständiger Mensch. Offen und lässig, wie man sich jemanden vorstellt, der unter der karibischen Sonne aufgewachsen ist.„Alles, was ich bin, was mich ausmacht, habe ich in meiner Heimat Puerto Rico gelernt“, sagt er. Dort ist er aufgewachsen, hat Business und Kommunikation studiert. Moderator wurde er durch Zufall, weil er angesprochen wurde.

Das erste Casting war gleich ein Volltreffer. Aus einem Nebenjob bei MTV wurde bald ein Vollzeitjob. Mit Mitte zwanzig gab er seinen Beruf als Marketingmanager für die Karriere als Moderator auf, tauschte Business-Outfit gegen bunte Sakkos. „Das kreative Umfeld reizte mich weit mehr als der graue Büroalltag als Sales Executive.“ Mittlerweile ist er seit zehn Jahren im Showgeschäft, hat große Shows und Realityformate moderiert, in Puerto Rico und zuletzt auch in den USA. „Ich mag es, Menschen mitzureißen“, sagt der 34-Jährige. Und vor allem: „Ich kann authentisch, kann ich selbst sein.“ Ist es nicht manchmal schwer, immer den Entertainer zu mimen, immer gut gelaunt – vor der Kamera? „Im Gegenteil: Es hat einen therapeutischen Effekt, Probleme auch mal wegschieben zu müssen. Das gibt mir -Energie“, sagt McConnie.

Die letzte große Show, die er als Ko-Moderator präsentierte: Sábado Gigante. Die älteste und größte Unterhaltungsshow Lateinamerikas. Der Name ist Programm. Da ist Europa sehr weit weg.

„Der Fernsehmarkt in Lateinamerika ist ein völlig anderer als der deutsche oder europäische“, sagt McConnie. Es gehe viel mehr um Entertainment, um Boulevard, um opulente Inszenierung. In Lateinamerika dominieren kommerzielle Medien.
Europa – was hat McConnie in Puerto Rico davon mitbekommen? Wenig. Der Fokus von Lateinamerika liegt auf dem nordamerikanischen Markt. Die USA zählen zu den wichtigsten externen Akteuren.

„Ich hatte Lust auf etwas Neues“

Zwei Mal war er in Europa, beim zweiten Mal hatte er sein Casting – bei der DW in Berlin. Carlos Delgado, Leiter der Spanisch-Redaktion, hatte ihn eingeladen. Warum also Europa? Der Wechsel zur DW? „Ich hatte Lust auf etwas Neues.“ Ein Jahr noch pendelte er alle zwei Wochen zwischen seiner Show in Miami und Euromaxx in Berlin. Vor sechs Monaten schließlich zog er ganz nach Berlin.

„Ich glaube, die DW ist mit ihren Programmen eine Bereicherung für den lateinamerikanischen Markt. Von der Aufmachung und auch von den Inhalten. Der Medienmarkt in Lateinamerika ist immer noch sehr geprägt von einer Kultur des ‚Machismo‘ – die gesellschaftliche Vielfalt wird in den Medien häufig nicht abgebildet, Lateinamerikaner mit dunklerer Hautfarbe sind in den Medien und Filmen unterrepräsentiert und werden damit diskriminiert.“ Außerdem gebe es wenig edukative Programme, Europa spiele kaum eine Rolle. Dabei ist sich McConnie sicher: „Wenn wir den Menschen dort Europa nahebringen, dann interessieren sie sich auch dafür.“

So war es schließlich auch bei ihm. Die Vielfalt Europas, die Themen, die -Euromaxx ausmachen – Reisen, Kunst, Mode, Architektur, Musik: jeden Tag aufs Neue spannend. „Bisher war ich vor allem zum Arbeiten in Europa, aber ich freue mich darauf, endlich mehr von Europa zu sehen.“ Oktoberfest in München, Kölner Dom. Oder – ganz oben auf seiner Liste: die griechischen Inseln. Da spricht wieder der Puerto Ricaner.

Vielfalt, Weltoffenheit, Toleranz – diese Werte sind McConnie, der in Puerto Rico streng katholisch erzogen wurde, wichtig. Werte, die auch Berlin lebt, die er an dieser Stadt so schätzt. Und Freiheit. In Kuba, Venezuela, Puerto Rico wird er auf der Straße erkannt. „Hier habe ich meine Privatsphäre, stehe nicht unter Beobachtung.“ Neulich wurde er aber doch zum ersten Mal in Berlin angesprochen – von einer Chilenin, die ihre Tochter besuchte. „Sie kam in der U-Bahn auf mich zu und sagte, dass sie meine Shows kennt.“ Gefreut hat er sich dann doch.

Der Beitrag ist dem DW-Magazin Weltzeit „Die Mutigen stärken“ entnommen. Aus dem Inhalt: Freedeom of Speech Award für den türkischen Journalisten Sedat Ergin: ein Höhepunkt auf dem jüngsten Global Media Forum in Bonn. Die Weltzeit blickt zurück auf eine Medienkonferenz im Zeichen von Krisen und Werten.

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