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Wissen & Umwelt

Cannabis - Rauschmittel oder Arznei?

Die Inhaltsstoffe von Cannabis, wie Hanf wissenschaftlich heißt, berauschen und gelten als Droge. Bei schweren Spasmen, wie sie etwa bei multipler Sklerose vorkommen, kann die Pflanze aber auch helfen.

Cannabis wird vor allem als Zigarette geraucht oder inhaliert, etwa in einer Wasserpfeife. Seit langem schon sind lizensierte Coffee-Shops in den Niederlanden Anlaufstelle für diejenigen, die sich einen Joint kaufen und rauchen wollen, entweder direkt im Coffee-Shop oder aber zu Hause. Haschisch oder Marihuana ist in Deutschland die am häufigsten konsumierte illegale Droge.

Cannabis auf Rezept

Viele Länder haben Cannabis als Arzneimittel legalisiert. Dazu gehören neben den Niederlanden auch Spanien, Portugal, Finnland und verschiedene Staaten der USA. Dort kann man die Droge gegen Vorlage eines Rezeptes in Form eines Arzneimittels bekommen.

In Deutschland ist Cannabis für die Herstellung zu medizinischen Zwecken seit Mai 2011 verkehrsfähig. Davor mussten Sondergenehmigungen beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eingeholt werden.

Cannabishaltige Arzneimittel werden meist als Fertigmedikamente verschrieben, etwa als Spray. Das wird in die Mundhöhle gesprüht. Von dort aus verteilt sich der Cannabisextrakt schnell im Blut.

Wirksames Mittel bei multipler Sklerose

MRT-Aufnahme des Gehirns eines Patienten mit multipler Sklerose (Foto: dpa)

Multiple Sklerose ist eine chronische Nervenerkrankung.

Immer mehr Studien bescheinigen den Wirkstoffen der Cannabispflanze positive Wirkung bei verschiedenen Krankheiten. Heilen können sie zwar nicht, aber die Lebensqualität der Betroffenen verbessern.

Das gilt zum Beispiel für Menschen, die unter multipler Sklerose leiden. Es ist eine chronisch entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die in Schüben verläuft und bei der es häufig zu Spasmen, also Krämpfen, kommt. Die können durch die Gabe von Cannabis oder der entsprechenden Inhaltsstoffe, Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD), verringert werden. Die Muskeln entspannen sich und dadurch verbessert sich die allgemeine Beweglichkeit.

Auch auf Menschen, die unter Tourette leiden, unter Parkinson oder etwa bei chronischen neuropathischen Schmerzen können die Inhaltsstoffe der Cannabis-Pflanze helfen.

In der Krebstherapie haben Wissenschaftler ebenfalls eine positive Wirkung festgestellt. Häufig leiden die Patienten aufgrund einer Chemotherapie unter Übelkeit und unter Erbrechen. THC hilft dagegen. Das gleiche gilt für Cannabidiol.

Nebenwirkungen

Die negative Seite: bei der Einnahme von Cannabisprodukten kann es zu Rauschzuständen kommen. Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit, erhöhter Puls können auftreten, der Blutdruck kann abfallen, es kann zu Kopfschmerzen und zu psychischen Störungen kommen.

Dauerkonsum kann die Aufmerksamkeit beeinträchtigen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO wertet die Effekte aber als relativ gering und reversibel.

Keine Legalisierung der Droge

Drogen Cannabis, Rauchender mit Joint (Foto: dpa)

Cannabis als Einstiegsdroge?

Cannabis und Cannabisprodukte legalisieren? Das will die Bundesregierung nicht. Stattdessen soll die Prävention verstärkt werden, denn schließlich ist Cannabis eine Droge. Experten gehen allerdings davon aus, dass härtere Strafen bei Cannabiskonsum nicht zu einem Rückgang des Konsums führen.

Eine liberalere Gesetzgebung wie etwa in Portugal oder in der Tschechischen Republik hat nicht zu einem Anstieg des Cannabisgebrauchs geführt. Schon vor tausend Jahren war Cannabis nicht nur als berauschende Droge bekannt, sondern auch als Arznei. Weltweit beschäftigen sich Forscher mit der Wirkung von Cannabis und damit, bei welchen Krankheiten die Pflanze und deren Inhaltstoffe eingesetzt werden können.

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