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Politik

Cancun - neue Chance für das Klima?

Ein Jahr nach dem Desaster von Kopenhagen hat im mexikanischen Cancun der 16. Weltklimagipfel begonnen. Mehr als 190 Staaten sind mit dabei - doch die Erwartungen sind gedämpft.

Wellen (Foto: dpa)

"Die Augen der Welt werden auf Sie blicken", mahnte der mexikanische Präsident Felipe Calderon die Delegierten aus 194 Staaten bei der Eröffnungszeremonie in Cancun. Um den Klimawandel gemeinsam bekämpfen zu können, müssten nationale Interessen zurückgestellt werden. "Die Atmosphäre kennt keine staatliche Souveränität", sagte Calderon. Die Weltgemeinschaft trage "Verantwortung für künftige Generationen"; die Zukunft der menschlichen Zivilisation stehe auf dem Spiel.

"Ausdruck von Weisheit"

Logo des Klimagipfels in Cancun 2010

15.000 Delegierte beraten bis zum 10. Dezember

Die Chefin des UN-Klimasekretariats, Christiana Figueres, rief die Staaten auf, sich in strittigen Punkten zu einigen: "Kompromisse sind ein Ausdruck von Weisheit". Vor allem die Menschen in den armen Weltregionen bekämen die Folgen des Klimawandels zu spüren, betonte Figueres. Die Industriestaaten müssten deshalb die beim vergangenen Gipfel in Kopenhagen zugesicherten finanziellen Mittel zur Unterstützung der Entwicklungsländer rasch bereitstellen.

Der Vorsitzende des Weltklimarates, Rajendra Pachauri, warnte vor Tatenlosigkeit. Wenn der Temperaturanstieg nicht gestoppt werde, drohten unumkehrbare Folgen für die Welt, etwa ein deutlicher Anstieg des Meeresspiegels. Mit Blick auf Zweifel an den Erkenntnissen der Klimaforschung unterstrich der indische Wissenschaftler, der Klimawandel sei mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vom Menschen verursacht.

2012 - und dann?

Kraftwerk (Foto: AP)

"Klimakiller": CO2

Trotz aller Appelle: Beobachter gehen davon aus, dass nach der gescheiterten Kopenhagener Klimakonferenz Ende 2009 diesmal allenfalls Entscheidungen in Teilbereichen erzielt werden können. Mit einem umfassenden, rechtlich verbindlichen Abkommen rechnet kaum noch jemand. Als maßgeblich im Kampf gegen die Erderwärmung gilt unter den Delegierten die Unterstützung der Entwicklungsländer. So soll auf der zweiwöchigen Weltklimakonferenz auch über einen Transfer umweltfreundlicher Technologie und Hilfszahlungen für arme Länder beraten werden.

International wird immer noch um ein Nachfolgeabkommen für das sogenannte Kyoto-Protokoll gerungen. 1997 hatten sich mehr als 170 Unterzeichnerstaaten darauf verständigt, den weltweiten Kohlendioxidausstoß bis 2012 um rund fünf Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Für den Zeitraum nach Auslaufen des Kyoto-Protokolls Ende 2012 gibt es keine Regelung. Ein neues Abkommen soll möglichst auch Ziele zur CO2-Reduktion für die Vereinigten Staaten und große Schwellenländer wie China enthalten. Washington und Peking - die beiden größten Klimasünder - blockieren die Verhandlungen jedoch mit wechselseitigen Forderungen.

Bewegung statt Stillstand!?

Norbert Röttgen (Foto: dpa)

Mitverantwortlich für den Klimaschutz: Norbert Röttgen

Deutschland und die Europäische Union forderten Bewegung von allen Staaten, um dem Ziel eines globalen Klimaabkommens näher zu kommen. Nötig sei ein "ausbalanciertes Paket von Entscheidungen", erklärte Bundesumweltminister Norbert Röttgen in Berlin. "Es geht nicht darum, weitere Schritte zu planen, sondern Schritte zu tun." Ein Nachfolgeabkommen für das Kyoto-Protokoll erwartet Röttgen, der kommende Woche nach Cancun reisen wird, allerdings frühestens in einem Jahr beim nächsten Weltklimagipfel in Südafrika.

EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard warnte in Brüssel, einige Teilnehmer des Klimagipfels in Mexiko könnten die Geduld verlieren, falls diesmal nicht konkrete Fortschritte gelängen. Die EU sei jedenfalls bereit, "in Cancun einen ehrgeizigen globalen Klimaschutzrahmen zu vereinbaren", versicherte Hedegaard.

Autor: Christian Walz (dpa, epd, dapd, afp)
Redaktion: Susanne Eickenfonder

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