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Bildung

Campuskultur und Naturerfahrung

Das Ilmenauer Kulturleben erreicht früh seinen Höhepunkt. Auf dem Campus aber geht es mit Partys weiter - und zur Not steigt man in den Zug nach Erfurt.

Arkaden an der Sparkasse im Stadtzentrum von Ilmenau (Foto: picture-alliance/ZB)

Idylle in Ilmenau

Zunächst erscheint Ilmenau nicht gerade als Stadt der tausend Möglichkeiten. Recht überschaubar ist das kulturelle Angebot, bescheiden das Nachtleben. Warum aber sollte es in einer so kleinen Stadt auch anders sein? Dafür gibt es in "Ilm-Town", wie man hier gerne sagt, dann doch einiges: ein Kino, ein Musikcafé, die Eissporthalle. Und einmal im Jahr trifft sich die Musikszene zu den Ilmenauer Jazztagen.

Darüber hinaus steht und fällt hier alles mit dem Namen Johann Wolfgang von Goethe. Der Dichter und Universalgelehrte hatte die Stadt in sein Herz geschlossen - und die Stadt zahlt es ihm heute mit jeder erdenklichen Aufmerksamkeit zurück. Wo hat er gegessen, wen getroffen, wo geschlafen? Alle Fragen werden im Goethe-Museum am Markt ausreichend erörtert, und dort beginnt auch der nach dem Dichter benannte Wanderweg. Über 20 Kilometer, über Stock und Stein, geht es in die nahe, von Goethe bereiste Umgebung. Sechs bis acht Stunden gewandert – und man hat wirklich alles über den Dichter und seine Muse erfahren.

Vier Clubs, ein Café

Fußgängerzone von Ilmenau (Foto: picture-alliance/ZB)

Die Fußgängerzone der Stadt

Jenseits von großen Männern und kleinen Kneipen zeigt der Kulturzeiger schnell auf den Campus. Hier, auf dem Ehrenberg, findet auch das Leben nach dem Hörsaal statt. Dort steigen die Wohnheim-Partys, trifft man sich zum Bier oder Gesprächen in einem der vier Studentenclubs, die in den Kellern der Wohnheime untergebracht sind. Um sie auseinander zu halten, wurden sie nach den jeweiligen Wohnblöcken benannt – "bC", "BD", "BH", "bI" - wobei "B" für "Block" steht. Alle vier existieren schon einige Jahrzehnte, feiern lässt sich in ihnen trotzdem noch ausgezeichnet. Außerdem finden hier Konzerte, Wein- und Länderabende statt. Wer Schallplatten im Schrank hat, der legt schon mal einen Abend lang selbst auf.

Vorher, am Nachmittag, geht es ins Café. Zur Inspiration dann auch mal ins Hochschulkino, wo ein ausgesuchtes Programm zu sehen ist. Zudem gibt es auf dem Campus eine Vielzahl an Initiativen, vom Folklore- bis zum Fußballverein, die einem die Zeit nicht lang werden lassen. Dennoch ist man hier weniger abgelenkt als anderswo - um es einmal so auszudrücken - und kann effizient lernen.

Im Sommer bietet der Ehrenberg noch einen weiteren Vorzug: Ganz in der Nähe, hinter den letzten Wohnheimblocks, laden Teiche zum Chillen oder eben tiefenentspannten Lernen ein. Baden ist hier zwar verboten, aber das Wasser zu beobachten, wie es sich im Winde kräuselt, hat ja auch etwas. Wem das allerdings zu viel Idylle ist und Ilmenau dann doch nicht genügend Alternativen bietet – das Semesterticket des öffentlichen Nahverkehrs reicht bis in die nächste Stadt: Erfurt.


Autor: Sven Näbrich
Redaktion: Stephanie A. Hiller