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Aktuell Europa

Camerons Tories vor Parteitag in Bedrängnis

Unmittelbar vor ihrem Parteitag werden die regierenden Konservativen in Großbritannien vom einem Ministerrücktritt erschüttert. Außerdem läuft ein Abgeordneter zu den EU-Gegnern über.

Nach dem Scheitern des Unabhängigkeits-Referendums in Schottland und dem klaren Votum des Unterhauses für eine britische Beteiligung an den Luftangriffen gegen die IS-Terrormiliz im Irak hatte Ministerpräsident David Cameron (Artikelbild) dem an diesem Sonntag beginnenden Parteitag seiner Konservativen vermutlich entspannt entgegengesehen. Aber jetzt kommt es für den Premier knüppeldick.

Rücktritt wegen Sex-Photos: Der Tory-Politiker Newmark (Foto: PA Wire)

Rücktritt wegen Sex-Photos: Der Tory-Politiker Newmark

Der Minister für die Zivilgesellschaft, Brooks Newmark, kündigte seinen Rücktritt an, nachdem die Zeitung "The Sunday Mirror" eine Enthüllungsstory über den fünffachen Familienvater angekündigt hatte. Dem Boulevardblatt zufolge tauschte der 56-Jährige im Internet eine Reihe sexuell eindeutiger Fotos mit einem Undercover arbeitenden Journalisten, der sich als junge Frau und Sympathisantin der Konservativen ausgab.

Newmark soll dieser Internet-Bekanntschaft auch ein Treffen am Rande des Tory-Parteitags in Birmingham vorgeschlagen haben. Camerons Büro erklärte, dass der Premierminister den Rücktritt annehme. Newmarks Nachfolger werde der konservative Abgeordnete Rob Wilson.

Übertritt zu UKIP

Kurz vor der Minister-Demission hatte der konservative Unterhausabgeordnete Mark Reckless seinen Übertritt zur rechtspopulistischen EU-feindlichen "United Kingdom Independence Party" (UKIP) erklärt. Reckless ist der zweite Tory-Parlamentarier, der sich der UKIP anschließt, die im Unterhaus in London zuvor nicht vertreten war. Die Partei ist im Aufwind: Bei der Europawahl im Mai waren die Rechtspopulisten mit 27,5 Prozent der Stimmen stärkste Kraft in Großbritannien geworden.

Beratungen über eine Strategie gegen UKIP dürften daher auf dem Parteitag der Konservativen breiten Raum einnehmen, denn die Tories müssen befürchten, bei den Parlamentswahlen im Mai 2015 tausende Stimmen sowie mehrere Sitze an die fremdenfeindlichen EU-Gegner zu verlieren.

wl/det (dpa, afp,rtr)