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Europa

Cameron weist Vorwürfe zurück

Beim Abhörskandal in Großbritannien hat der britische Premierminister Cameron ein Fehlverhalten ausgeschlossen. Seine Mitarbeiter hätten sich im Zuge der polizeilichen Ermittlungen "vollkommen richtig" verhalten.

Der britische Premierminister Cameron im britischen Unterhaus bei seiner Befragung (Foto: picture alliance/dpa)

Weist alle Schuld von sich: der britische Premierminister Cameron

Zum Auftakt einer Sondersitzung im britischen Unterhaus am Mittwoch (20.07.2011) wies Premierminister David Cameron den Vorwurf der Opposition zurück, er habe mit seinen zahlreichen Kontakten zu Managern und Journalisten des Medienkonzerns News Corp von Rupert Murdoch gegen Verhaltensregeln des Parlaments verstoßen. Seine Partei habe niemals Zahlungen an Reporter geleistet, die im Zusammenhang mit dem Abhörskandal festgenommen wurden, sagte der Premierminister. Er kündigte an, das Beziehungsgeflecht zwischen Medien, Polizei und Politikern untersuchen zu wollen. Nach seinen Worten haben neben "News of the World" auch andere Medien unlautere Recherchemethoden angewendet. Dazu gehörten auch der britische Sender BBC sowie weitere renommierte Medien.

Cameron gesteht Fehler ein

Oppositionsführer Ed Miliband forderte Cameron vor dem Unterhaus zu einer Entschuldigung dafür auf, dass er mit Andy Coulson einen ehemaligen Chefredakteur des Boulevardblatts "News of the World" vorübergehend zu seinem Medienberater ernannt hatte. Diese umstrittene Einstellung bedauerte Cameron vor dem Ausschuss. Rückblickend hätte er Andy Coulson nicht als seinen Pressechef eingestellt, sagte er.

Der frühere Chefredakteur von News of the World, Andy Coulson (Foto: AP)

Andy Coulson war von 2003 bis 2007 Chefredakteur von "News of the World"

Coulson war von 2003 bis 2007 Chefredakteur der infolge des Skandals inzwischen eingestellten Boulevardzeitung. In dieser Zeit sollen Journalisten des Blatts die Telefone zahlreicher Prominenter und Politiker abgehört und Polizisten bestochen haben. Coulson streitet ab, von den Aktionen gewusst zu haben. Im Januar musste er jedoch wegen des Abhörskandals als Camerons Pressechef zurücktreten und wurde vergangene Woche vorübergehend festgenommen.

Cameron sieht Schuld auch bei Labour

In seiner Stellungnahme zog Cameron auch die oppositionelle Labour-Partei in die Verantwortung. Der Abhörskandal sei nicht erst in seiner Amtszeit seit 2010 entstanden, sondern betreffe auch die Amtszeiten der vorangegangenen Labour-Premierminister Tony Blair und Gordon Brown. Nun müsse auch gemeinsam nach Lösungen gesucht werden.

Cameron wird ferner vorgehalten, er habe in seiner Amtszeit zudem zahlreiche Treffen mit Murdoch-Managern gehabt. Die damalige Chefin des britischen Murdoch-Verlags News International, Rebekah Brooks, war Gast auf Camerons 44. Geburtstag im Herbst 2010. Rupert Murdoch hatte bei seiner Anhörung vor dem britischen Unterhaus am Dienstag gesagt, er sei von Cameron nach dessen Wahlsieg als Dank für die Unterstützung im Wahlkampf eingeladen worden.

"News of the World" kein unbeschriebenes Blatt

Zeitungsstand mit Zeitung News of the World (Foto: dpa)

Die "News of the World" wird inzwischen nicht mehr gedruckt

Journalisten der "News of the World" sollen rund 4.000 Telefone abgehört haben, unter anderem von vermissten Kindern, Angehörigen von Soldaten und Prominenten. Weiteren Zeitungen des Konzerns werden illegale Abhöraktionen vorgeworfen. Die Praktiken des Boulevardblatts sind schon seit längerem bekannt. Bereits 2007 war der damalige "Royal Correspondent" der Zeitung, Clive Goodman, zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der Klatschreporter hatte die Mailbox engster Mitarbeiter der königlichen Familie abgehört.

Autor: Hajo Felten (rtr, dapd, afpd, epd)
Redaktion: Reinhard Kleber

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