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Europa

Cameron punktet im TV-Duell

Die drei Spitzenkandidaten für die britische Unterhauswahl haben sich bei ihrer dritten und letzten Fernsehdebatte einen scharfen Schlagabtausch geliefert. Herausforderer David Cameron schnitt nach Umfragen am besten ab.

Im TV-Studio begrüßen sich Cameron, Clegg und Brown (v.l.) (Foto: ap)

Freundlicher Händedruck vor dem Schlagabtausch

Die Finanzen und die Wirtschaft von Großbritannien – eigentlich waren die Themen der letzten TV-Debatte in Birmingham am Donnerstag (29.04.2010) perfekt zugeschnitten auf den Amtsinhaber, Premierminister Gordon Brown.

Schlechte Umfragewerte für Brown

Gordon Brown (Foto: ap)

Wollte mit Wirtschaftsthemen punkten: Gordon Brown

Denn der Chef der Labour-Partei ist nicht nur seit fünf Jahren Regierungschef, er war auch unter seinem Vorgänger Tony Blair zehn Jahre lang Finanzminister. Daher hatten Beobachter erwartet, dass Brown sich bei der letzten von drei TV-Debatten besonders profilieren werde. Allerdings landete er eine Woche vor den Wahlen im britischen Unterhaus bei vier von fünf Blitzumfragen auf dem letzten Platz. Durchschnittlich kam Herausforderer David Cameron von den Konservativen auf 37 Prozent, Liberalen-Kandidat Nick Clegg auf 32 Prozent, für Brown blieb mit 25,6 Prozent Platz drei.

In der Diskussion stellte der 59-jährige Brown klar, dass er in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise richtig gehandelt habe. "Ich weiß, wie die Wirtschaft geführt werden muss, in guten und in schlechten Zeiten." Er habe nach dem Zusammenbruch der Banken sofort agiert. "Als Resultat daraus ist dieses Land nun auf dem Weg der Erholung." Seinem Rivalen Cameron warf Brown vor, mit drastischen Sparplänen zur Bekämpfung des Rekorddefizits die Erholung des Landes aufs Spiel zu setzen. Großbritannien wurde von der Krise besonders schwer getroffen und machte die schlimmste Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg durch.

Cameron verspricht "frischen Start"

David Cameron (l.) und Nick Clegg (Foto: ap)

David Cameron (l.) und Nick Clegg liegen in den Umfragen vor Premier Brown

Cameron warf Brown seinerseits vor, die britische Wirtschaft zu abhängig von dem Finanzsektor gemacht zu haben. Der 43-jährige Vorsitzende der Konservativen versprach, er werde nicht zulassen, dass die Banken noch einmal so "unverantwortlich" handeln könnten. Er stellte einen "klaren Bruch" und einen "frischen Start" nach 13 Jahren Labour-Regierung in Aussicht.

Der Chef der Liberaldemokraten, Clegg, konnte nicht so deutlich glänzen wie zuvor. In den ersten beiden Runden zur Innen- und zur Außenpolitik an den vorangangenen Donnerstagen war der 43-Jährige als der Überraschungssieger gewertet worden. In einigen Umfragen steht seine Mitte-Links-Partei auf Platz zwei vor Browns Labour. Die Konservativen liegen vorne, können sich aber einer absoluten Mehrheit im Londoner Unterhaus nicht sicher sein. Die Parlamentswahl findet am kommenden Donnerstag (06.05.2010) statt.

TV-Studio mit Kandidaten und Kulisse (Foto: ap)

Drei Mal trafen die Kandidaten in TV-Studios - wie hier in Birmingham - aufeinander

Brown versuchte in dem TV-Duell auch, einen Fehler vom Vortag wieder gut zu machen. Dabei bezog er sich auf eine verbale Entgleisung, bei der er eine Wählerin als verbohrt bezeichnet hatte. "Wie Sie gestern gesehen haben, mache ich nicht alles richtig", gab er vor dem Millionenpublikum zu. Am Mittwoch hatte Brown die 65-jährige Gillian Duffy nach einer Diskussion als "borniert" bezeichnet. Nach einem Gespräch mit ihr war er in seinen Dienstwagen gestiegen und hatte nicht bemerkt, dass ihm noch ein eingeschaltetes Mikrofon eines Fernsehsenders am Hemd steckte. Der Premier entschuldigte sich später bei seiner potenziellen Wählerin.

Autorin: Marion Linnenbrink (afp, ap, dpa)
Redaktion: Martin Schrader

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