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Fußball

BVB: Der Star ist das Team

Mit begeisterndem Angriffsfußball wurde Borussia Dortmund in der vergangenen Saison überraschend deutscher Meister. Einsatz und Leidenschaft fordert Trainer Jürgen Klopp auch in der kommenden Spielzeit von seinem Team.

Der BVB bejubelt im Mai die deutsche Meisterschaft (Foto: Torsten Silz/dapd)

Der BVB bejubelt im Mai die deutsche Meisterschaft

Es war die wohl größte Meisterfeier, die es im deutschen Fußball seit Jahren gegeben hat. Rund 400.000 BVB-Fans bejubelten in Dortmund die jüngste Meister-Mannschaft aller Zeiten (24,2 Jahre). Auf einem großen Truck wurde das Team von Jürgen Klopp quer durch die Dortmunder Innenstadt kutschiert und anschließend auf einer großen Bühne vor den Westfalenhallen frenetisch gefeiert. "Es war eine interessante Erfahrung, festzustellen, wie sich das Ganze anfühlt. Doch es geht `Ratzfatz´ und dann weiß man, dass man deutscher Meister ist, doch mehr löst das nicht aus“, kommentiert Klopp mit ein wenig Abstand den Erfolg der letzten Saison.

Sahin hinterlässt große Lücke

Nuri Sahin verabschiedet sich bei den BVB-Ahängern(Foto:Michael Probst/AP/dapd)

Nuri Sahin verabschiedet sich bei den BVB-Ahängern

Neben dem torgefährlichen Sturm rund um Lucas Barrios, Shinji Kagawa und Robert Lewandowski war vor allem die stabile Abwehr für die grandiose Saison verantwortlich. Lediglich 22 Mal zappelte der Ball im Netz des BVB. Die beiden Innenverteidiger Neven Subotic und Mats Hummels harmonierten in hervorragender Art und Weise und ließen so manchen gegnerischen Angreifer verzweifeln. Im Mittelfeld sorgte Nuri Sahin für die entscheidenden Pässe in die Spitze und organisierte das Dortmunder Spiel. Der Mittelfeldstratege folgte jedoch dem Ruf des spanischen Spitzenklubs Real Madrid und verließ den BVB im Sommer. Er hinterlässt eine große Lücke, die Neuzugang Ilkay Gündogan vom 1. FC Nürnberg nun schließen soll.

"BVB-Fußball leben“

Gündogan ist einer von fünf Neuen im Team des BVB und neben dem Kroaten Ivan Perisic wohl auch der wichtigste Neuzugang. Ansonsten baut Jürgen Klopp, wie bereits in der vergangenen Saison, nicht auf große Namen, sondern verlässt sich auf die mannschaftliche Geschlossenheit: Das Team ist der Star. Und das Team ist trotz des Abgangs von Sahin stärker geworden, da ist sich Klopp sicher.

Die Ansprüche des 44-Jährigen sind unabhängig vom Gewinn der Meisterschaft nach wie vor sehr hoch. "Wer mitspielen will bei Borussia Dortmund, der muss außergewöhnlichen Einsatz und Leidenschaft an den Tag legen; der muss sich in den Dienst der Mannschaft stellen, der muss sich wichtig, aber nicht zu wichtig nehmen. Er muss einfach BVB-Fußball leben.“ Für den Meistertrainer gilt es, vor allem die Qualität auf dem Platz und die Entwicklung seiner Mannschaft weiter voran zu treiben. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der BVB als deutscher Meister in die neue Saison geht, bekräftigt Klopp immer wieder.

Topfavorit ist Bayern München

In der vergangenen Saison konnte der BVB beide Duelle gegen die Münchener für sich entscheiden. (AP Photo/Martin Meissner)

In der vergangenen Saison konnte der BVB beide Duelle gegen die Münchener für sich entscheiden.

Obwohl die Schwarz-Gelben in der kommenden Saison mit fast der gleichen Mannschaft auf dem Feld stehen werden, sieht sich die Borussia nicht als der klassische Titelverteidiger. "Dafür war die Erringung des Titels vor dem Hintergrund der Altersstruktur der Mannschaft zu überraschend, zu sensationell“, sagt Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Für ihn und seine Kollegen ist hingegen schon jetzt klar, wer zu den Titelanwärtern in der kommenden Saison gehören wird. "Topfavorit ist für mich Bayern München. Ich sage das auch ganz bewusst, damit die Bayern es nicht jeden Tag selbst sagen müssen“, witzelt Watzke. Neben Bayern sieht der 52-Jährige auch den FC Schalke und Bayer Leverkusen unter den Top fünf der Liga.

Marktwert gesteigert

Die Internetplattform "Transfermarkt.de“ hat die Meister-Saison des BVB untersucht und festgestellt, dass der Marktwert vieler Spieler kräftig angestiegen ist. Profis wie Mario Götze, Mats Hummels oder Neven Subotic erhöhten ihren Wert auf 18 Millionen Euro. Trotzdem belegt der Meister in der Gesamttabelle nur den zweiten Platz hinter Bayern München. Mit rund 158 Millionen Euro (Stand: Juli 2011) Marktwert liegt der BVB weit abgeschlagen hinter dem Liga-Primus aus München, der einen Gesamt-Marktwert von knapp 335 Millionen Euro (Stand: Juli 2011) aufweist.

"Wir werden uns keine Limits setzen“

Jürgen Klopp freut sich auf tollen Fußball seines Teams (Foto: Oliver Lang/ddp/dapd)

Klopp freut sich auf tollen Fußball seines Teams

Die kommende Saison wird spannend. Für die Anhänger des BVB, aber auch für Trainer und Spieler des Traditionsvereins. Neben der Meisterschaft und dem DFB-Pokal muss sich die Borussia auch auf internationaler Ebene in der Champions League beweisen. Für die meisten Spieler wird das ein völlig neues Erlebnis, auch für den Trainer. "Es ist meistens normaler Fußball gegen herausragende Mannschaften, nämlich die besten aus Europa“, freut sich Klopp auf die Königsklasse.

Wie das Team die nationalen Herausforderungen und die hohen Anforderungen in der Champions League verkraften wird, bleibt abzuwarten. Die Mannschaft muss sich auf internationaler Bühne erst noch beweisen. Mit erfrischendem Fußball wird der BVB aber in jedem Fall in der Bundesliga, wie auch gegen die besten Teams in Europa zu begeistern wissen. "Wir werden uns keine Limits setzen. Wir werden hochkonzentriert sein, mit ganz großer Lust und unglaublich großem Feuer zu Werke gehen“, verspricht Jürgen Klopp.

Autor: Thomas Klein

Redaktion: Arnulf Boettcher

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