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Sport

Button fängt Vettel im Regenchaos noch ab

Dramatik pur beim Grand Prix von Kanada: In der letzten Runde wurde Weltmeister Sebastian Vettel noch von Jenson Button abgefangen, der ein turbulentes Rennen knapp für sich entschied.

McLaren Mercedes-Pilot Jenson Button feiert seinen Sieg in Kanada. (Foto: Darron Cummings/AP/dapd)

Der Circuit Gilles Villeneuve in Montréal wurde zur Bühne für ein beeindruckendes Formel 1-Schauspiel: Strömender Regen, Rennunterbrechung, packende Überholmanöver und ein Finale voller Emotionen. Lange hatte es nach einem souveränen Sieg von Sebastian Vettel ausgesehen, der trotz der widrigen Witterungsbedingungen die Nerven behielt – bis zur letzten Runde.

Der furios fahrende Button setzte Vettel so unter Druck, dass der Weltmeister einen Fahrfehler beging und seinen Konkurrenten noch passieren lassen musste. In Barcelona und Monaco hatte Vettel in ähnlichen Situationen noch seine Gegner auf Distanz halten können, in Montréal konnte er nicht dagegenhalten. "Ein fantastischer Sieg, den haben wir verdient", jubelte Button nach der Zieldurchfahrt. Vettels Teamkollege Mark Webber wurde in Kanada Dritter vor Rekord-Weltmeister Michael Schumacher, der als Vierter sein erstes Podium seit dem Comeback nur knapp verpasste. Schumacher hatte sich zwischenzeitlich bis auf Platz zwei vorgearbeitet, hatte dann aber ein zu langsames Auto im Finale.

Zwei Stunden Unterbrechung wegen Regens

Ein Fahrzeug versucht den Formel-1-Parcours von Montréal vom Wasser zu befreien. (Foto:AP)

Zu viel Wasser auf der Strecke sorgte für eine Unterbrechung

Nach vier Stunden und vier Minuten endete damit ein Rennen, das alles andere als normal verlief. Schon der Beginn dieses Grand Prixs war anders als gewohnt: Die Startphase wurde neutralisiert. Zu stark war der Regenfall auf die 4,4 Kilometer lange Strecke von Montréal, die viele Fahrer als ihre Lieblingsstrecke bezeichnen. Erst nach vier Runden gab es einen fliegenden Start und Vettel musste sich vehementen Attacken von Felipe Massa erwehren. Doch Vettel fuhr Kampflinie und behauptete sich.

Kurioses geschah dann in Runde acht: Die beiden britischen McLaren-Piloten Jenson Button und Lewis Hamilton kollidierten. Völlig übermotiviert fuhr Hamilton seinem Teamkollegen ins Heck und schied aus. Danach war alles scheinbar eine Frage der Reifen oder besser gesagt, des Wetters: Regenreifen oder die sogenannten Intermediats für eine trocknende Straße? Die Antwort der Teams darauf fiel je nach Wetterbericht sehr unterschiedlich aus. Diejenigen, die auf trockeneres Wetter gesetzt hatten, wurden kurz darauf bestraft: Erneut sorgte starker Regen für eine teilweise überflutete Strecke und schlechte Sicht für die Fahrer. Schließlich wurde es der Rennjury zu gefährlich und sie unterbrach das Rennen – vermutlich zur Freude der lärmgeplagten Murmeltiere, die am Streckenrand leben sollen.

Pech für Schumacher und Vettel

Sebastian Vettel beim GP von Kanada (Foto: AP)

Lange in Führung, schließlich doch geschlagen: Vettel war enttäuscht vom Rennen in Kanada

"Es ist zu viel Wasser. Selbst für das erste Auto ist es zu gefährlich. Die Fahrer in den Autos dahinter sehen nichts mehr", hatte der bis dahin souverän führende Sebastian Vettel zuvor gefunkt. Erst nach zwei Stunden Wartezeit erlebten die Fans den Neustart und ab Runde 34 auch wieder Renntempo. Doch das Rennen blieb chaotisch: Fernando Alonso und Nick Heidfeld schieden aus, Felipe Massa fuhr sich den Frontflügel ab.

Einer nutzte die komplizierten Bedingungen für sich: Altmeister Michael Schumacher arbeitete sich nach vorne und zeigte ein gekonntes Manöver: Gleich zwei Konkurrenten (Kobayashi und Massa) überholte der Mercedes-Pilot auf einen Streich und schob sich auf Platz zwei hinter Sebastian Vettel. Doch die beiden Deutschen hatten in der Schlussphase kein Glück: Vettel verlor Rang eins an Button und Schumacher musste Button und Webber passieren lassen.

Autor: Joscha Weber

Redaktion: Olivia Fritz