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Kultur

Busunglück in Ungarn

Bei einem schweren Busunglück in Ungarn sind am Donnerstag (8.5.2003) laut ungarischer Polizei mindestens 33 deutsche Touristen ums Leben gekommen. Der Bus war an einem Bahnübergang von einem Zug erfasst worden.

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Ein Zug hat den deutschen Reisebus erfasst

Das Unglück ereignete sich rund 100 Kilometer südwestlich von Budapest nahe der Stadt Siófok am Plattensee. Der mit deutschen Urlaubern besetzte Reisebus wurde den Angaben zufolge an einem unbeschrankten Bahnübergang von einem Zug erfasst und in zwei Teile gerissen. Die Buspassagiere kamen nach Angaben der deutschen Polizei aus mehreren norddeutschen Städten, unter anderem Flensburg, Kiel, Diepholz und Osterholz. Das teilte die Polizei am Sitz des Reiseveranstalters mit, der den Urlaub organisiert hatte.

38 Passagiere an Bord

Es handelt sich um die Maxim Reise GmbH in Emstek bei Cloppenburg, wie die Firma bestätigte. Genauere Informationen über die Passagiere und die genaue Zahl der Urlauber lagen noch nicht vor. Der Bus gehörte dem Reiseveranstalter Ursel-Reisen in Löhne in Westfalen. Der Bus sei auf einem Tagesausflug, einer Rundfahrt gewesen. Der ungarische Innenstaatssekretär Tibor Pal erklärte, an Bord hätten sich 38 Passagiere befunden.

Die Unglücksursache war zunächst nicht bekannt. Vertreter der staatlichen Eisenbahn erklärten, die Signalanlage habe Rot gezeigt, als der Bus begonnen habe, die Gleise zu überqueren. Der Zug sei ungebremst auf den Bus aufgeprallt. Die Sprecherin des österreichischen Automobilklubs ÖAMTC sagte, der Busfahrer sei möglicherweise von der Sonne geblendet gewesen, und habe nicht gesehen, dass die Lichtsignalanlage des unbeschrankten Bahnübergangs in Betrieb war.

Der deutsche Botschafter eilt zum Unfallort

Ungarns Ministerpräsident Peter Medgyessy sprach von einem der schwersten Verkehrsunfälle, die Ungarn je erlebt habe. Er habe Bundeskanzler Gerhard Schröder sein Beileid ausgedrückt. Der deutsche Botschafter in Budapest Wilfried Gruber eilte an den Unfallort und richtete einen Krisenstab ein. Gruber sagte, der Busfahrer und der Reiseleiter, beides Ungarn, seien nur leicht verletzt worden.

Der Sprecher des ungarischen Katastrophendirektorats, Tibor Dobson, sagte, der Zug habe den Bus in der Mitte erfasst und eine von dessen Hälften 150 Meter weit mitgeschleift. Die andere Hälfte des Busses wurde durch die Wucht des Aufpralls des Zuges 50 Meter weit weg geschleudert.

Auf dem Weg zum Frühstück

Der ÖAMTC berichtete, acht Schwerstverletzte seien in ein Krankenhaus in der Stadt Siófok eingeliefert worden, darunter der Fahrer des Zugs. Weitere Verletzte seien in mindestens zwei weitere Krankenhäuser gebracht worden. Der Omnibus hatte die Touristen am Donnderstagmorgen (8. Mai 2003) von ihrem Hotel in Siófok abgeholt, und sollte sie zum Frühstück in ein Restaurant in der Umgebung bringen.

Siófok ist ein beliebter Urlaubsort am südlichen Ufer des Plattensees. Im September 1992 waren an einem Bahnübergang in der ungarischen Kleinstadt Agard 16 deutsche Insassen eines Kleinbusses ums Leben gekommen. Damals übersah der Fahrer offenbar das rote Blinklicht am Bahnübergang, weil er von der Sonne geblendet wurde. (mik)

  • Datum 09.05.2003
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  • Permalink http://p.dw.com/p/3c60
  • Datum 09.05.2003
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