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Politik

Bush verschrottet noch mehr Atomwaffen

Als der Eiserne Vorhang fiel, hatten die USA noch 16.000 Atomwaffen. Doch was einst den Weltfrieden sichern sollte, wird für die USA immer mehr zur kostspieligen Last - und zum Sicherheitsrisiko.

Eine US-amerikanische Atomrakete vom Typ Titan II, Quelle: AP

Abschreckend, teuer: eine US-amerikanische Atomrakete vom Typ Titan II

Die Zahl der Atomsprengköpfe der USA soll um 15 Prozent auf schätzungsweise 4600 Sprengköpfe verringert werden, berichtete die "Washington Post" am Mittwoch (19.12.2007). Das Atomwaffenarsenal der USA schrumpfe damit auf die Größe von rund einem Viertel des Bestands von 1990, sagte Regierungssprecherin Dana Perino. Durch den Schritt solle die Sicherheit des Landes von Atomwaffen unabhängiger, zugleich aber das vorhandene Arsenal moderner werden. "Eine glaubhafte Abschreckung bleibt ein zentraler Bestandteil der nationalen Sicherheit", sagte Perino.

Insgesamt sollen auch 600 für das US-Atomwaffenprogramm genutzte Gebäude aufgegeben und 7200 Stellen abgebaut werden. Fast 30.000 Menschen seien danach aber weiterhin in dem Sektor beschäftigt. Die US-Regierung behalte wichtige Forschungsbereiche wie etwa zur Untersuchung der Folgen von Nuklearexplosionen bei.

Regierungssprecherin Dana Perino, Quelle: AP

Die Verringerung soll bis Jahresende vorgenommen werden, erklärte Regierungssprecherin Perino

800 Millionen Dollar Sicherheitskosten

"Wir müssen aufhören, Geld in ein altes Nuklearwaffen-System aus der Ära des Kalten Krieges zu stecken, das zu groß und zu teuer ist", befindet Thomas D'Agostino von der zuständigen US-Behörde für Nuklearsicherheit (NNSA) nach Angaben der "Washington Post".

Es müsse künftig "kleiner, sicherer und billiger werden". Der Zeitung zufolge gibt die NNSA allein für die Sicherung ihrer Nuklearwaffen-Anlagen jedes Jahr 800 Millionen Dollar (548 Millionen Euro) aus - eine Summe, die sie dringend verringern will und soll.

Schrumpfkur im Gange

Das von US-Präsident George W. Bush gesteckte Ziel einer Halbierung des Atomwaffenbestands werde bereits Ende des Jahres erreicht sein und damit fünf Jahre früher als ursprünglich geplant, teilte die NNSA weiter mit.

Nach einer Abrüstungsvereinbarung zwischen Washington und Moskau soll die Zahl der stationierten US-Sprengköpfe bis 2012 auf 2200 bis 1700 schrumpfen. Aufgrund eines beiderseitigen Testmoratoriums haben die USA seit mehr als 20 Jahren keine neuen Sprengköpfe mehr produziert und stattdessen daran gearbeitet, ihr Arsenal durch Wartung und Modernisierung einsatzbereit zu halten.

Bereits während der Amtszeit von George W. Bushs Vater im Weißen Haus zwischen 1989 und 1993 waren tausende Atomwaffen abgebaut worden. (kas)

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