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Politik

Bush sieht sich als Sieger

Für das Wahlkampfteam um Präsident Bush ist die Sache klar: Die Republikaner bleiben an der Macht - der Vorsprung in Ohio sei schließlich nicht mehr einzuholen. Die Demokraten wollen sich noch nicht geschlagen geben.

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Ein amtlicher Gewinner steht noch nicht fest


Der Republikaner George W. Bush bleibt aller Wahrscheinlichkeit nach Präsident der USA. Zwar stand das Ergebnis der Wahl wegen der noch nicht abgeschlossenen Auszählung in Ohio am Mittwoch (3.11.2004) noch nicht fest. Allerdings gilt es angesichts eines Vorsprungs von rund 140.000 Stimmen für Bush in diesem Schlüsselstaat als wenig wahrscheinlich, dass der Demokrat John Kerry den Wahlsieg noch erreichen kann.

Ohio bringt die Entscheidung

Entsprechend zeigte sich das Weiße Haus sicher, dass die Wahl entschieden ist: "Wir sind überzeugt, dass Präsident Bush wiedergewählt worden ist", sagte Stabschef Andrew Card. Mehrere führende Republikaner, darunter der frühere New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani, riefen Kerry auf, seine Niederlage einzugestehen und dem Wahldrama ein Ende zu bereiten.

USA Wahlgrafik - UTC 10:10

Am Mittwochmittag lag Bush bei den entscheidenden Wahlmännerstimmen mit 254 zu 252 vor Kerry. Für den Wahlsieg sind 270 Stimmen nötig. In Ohio sind 20 Wahlmännerstimmen zu vergeben. Fest steht, dass keiner der beiden Kandidaten ohne den Gewinn in Ohio Präsident werden kann. Das Ergebnis in diesem Staat wird aber möglicherweise erst in elf Tagen feststehen. Auf das Votum der Bevölkerung bezogen, lag Bush nach jüngstem Stand mit mehr als 3,5 Millionen Stimmen vor dem Senator aus Massachusetts. Das entspricht einem Verhältnis von 51 zu 48 Prozent.

Verluste für die Demokraten

Sicher war am Mittwoch bereits, dass die Demokraten bei den Kongresswahlen eine Niederlage hinnehmen mussten. Sie verloren mindestens zwei Sitze im Senat. Damit konnten die Republikaner ihre Mehrheit noch ausbauen. Der einflussreiche demokratische Minderheitsführer in der kleineren Kongresskammer, Tom Daschle, wurde abgewählt. Auch im Repräsentantenhaus, in dem die Republikaner bereits zuvor die Mehrheit hatten, zeichneten sich Verluste für die Demokraten ab.

Bush erwartet den Wahlausgang

Warten auf das Ergebnis - Familie Bush im Weißen Haus

Nach einer dramatischen Wahlnacht gewann Bush nach Auszählung der Stimmen in 47 Bundesstaaten und der Hauptstadt Washington. Die Probleme in Ohio wurden durch so genannte vorläufige Stimmen von rund 150.000 Wählern verursacht. Jetzt muss geprüft werden, ob diese Wähler überhaupt wahlberechtigt waren. Darüber hinaus rechnet die Wahlleitung mit bis zu 100.000 Briefwählern.

Kein langes Geheimnis

In Iowa und New Mexico wurden die Auszählungen unter anderem wegen Übermüdung der Wahlhelfer unterbrochen. Der Ausgang in diesen beiden Staaten hat aber keinen Einfluss auf das Gesamtergebnis. Wegen der polarisierenden Wahlkampfthemen wie Irak-Krieg, nationale Sicherheit und Kampf gegen den Terrorismus war die gesamte Wahlbeteiligung mit über 60 Prozent so hoch wie seit über 40 Jahren nicht mehr.

Stabschef Card sagte in Washington, Bush sei rein rechnerisch nicht mehr zu schlagen. Eine Stellungnahme des Präsidenten selbst stand aber am Mittwoch zunächst noch aus. Der Nachrichtensender CNN zitierte einen Berater Kerrys mit den Worten, die Demokraten würden die vorliegenden Ergebnisse sorgfältig bewerten und dann zu einer Entscheidung kommen. "Er wird kein langes Geheimnis daraus machen", sagte der Berater.

Eine Mini-Chance für Kerry

John Kerry in Florida mit Thumbnail

Nächster Präsident oder Fußnote der Geschichte: John Kerry

Wahlexperten mahnten unterdessen zur Vorsicht. Sie verwiesen darauf, dass in der Regel 90 Prozent der provisorischen Stimmen am Ende auch gültig seien und Kerry zusammen mit den Stimmen der Briefwähler noch eine Mini-Chance habe. Noch in der Nacht hatten die Demokraten erklärt, sie würden die Wahl noch längst nicht verloren geben. "Wir haben vier Jahre gewartet, und wir können noch eine weitere Nacht warten", sagte Vizepräsidentschaftskandidat John Edwards in Boston (US-Bundesstaat Massachusetts). Im Gegensatz zur Wahl vor vier Jahren zögern auch die US-Fernsehsender vor der endgültigen Stimmenauszählung, einen Wahlsieger des Kopf-an-Kopf-Rennens auszurufen. (mb)

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