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Nahost

Bush lobt Robertsons Arbeit

Nach hartem Ringen hatte es NATO-Generalsekretär Robertson doch noch geschafft: Die NATO einigte sich auf Hilfe für die Türkei in einem Irak-Krieg. Dank für seine Arbeit bekam Robertson nun beim Besuch im Weißen Haus.

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Schwere Aufgabe für Robertson: Zusammenhalt der NATO

Der Besuch von NATO-Generalsekretär George Robertson kam zum richtigen Zeitpunkt. Nach wochenlangen schwierigen Verhandlungen hatte der NATO-Verteidigungsrat gerade erst grünes Licht erteilt für Maßnahmen zur Unterstützung des Bündnispartners Türkei. Die NATO stellt der Türkei AWACS-Aufklärungsflugzeuge, Patriot-Abwehrraketen und biochemische Kampfanzüge zur Verfügung, die das Land zur eigenen Verteidigung für den Fall eines irakischen Angriffs erbeten hatte. Präsident George W. Bush hatte dann auch nur lobende Worte für den NATO-Generalsekretär parat. "Sie repräsentieren die wichtigste Allianz für unser Land, die NATO. Ich möchte mich bei ihnen für ihre Führungskraft bedanken", sagte der Präsident und ergänzte: "Sie haben eine fantastische Leistung erbracht, indem sie die Allianz zusammen gehalten haben."

Historisches Zitat

George Robertson bedankte sich mit einer Anekdote, die den Streit in den eigenen Reihen humorvoll zu kaschieren versuchte. "Manchmal brauchen wir eine Weile um handlungsfähig zu werden. Das erinnert mich an einen Satz von Winston Churchill über die USA. Auf die USA ist immer Verlass, dass sie das Richtige tun werden, nachdem sie alle anderen Alternativen erschöpft haben. Man kann genau das Gleiche über die NATO sagen."

Der angelsächsische Humor kann jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass die transatlantischen Beziehungen in den vergangenen Wochen Schaden genommen haben. Ein Umstand den auch Generalsekretär Robertson nach dem Treffen einräumte: "Die transatlantischen Beziehungen haben Schaden erlitten, weil die Gemüter im Moment sehr erhitzt sind. Aber letztendlich haben wir uns am Sonntag zu einer Entscheidung durchgerungen und nur der Erfolg zählt. Das war ein wichtiges Signal."

Beteiligung an Irak-Krieg ungewiss

Auf die Frage, ob sich die NATO an einem Krieg im Irak beteiligen werde, antwortete Robertson ausweichend. Wenn Saddam Hussein, die Auflagen der internationalen Staatengemeinschaft befolge, sei militärisches Handeln überflüssig. Im übrigen beschäftige man sich zur Zeit nur mit der Verteidigung von Bündnispartnern in einem solchen Konflikt.

Washington befindet sich derzeit allerdings ohnehin selbst noch in schwierigen Verhandlungen mit dem NATO-Partner Türkei. Ankara ist von ursprünglichen Planungen abgewichen, den USA schon in dieser Woche per Parlamentsbeschluss die Stationierung von mehreren tausend Soldaten zu gestatten, die bei einem drohenden Irakkrieg von Norden aus in das Nachbarland einmarschieren sollen.

Türkei will höhere Finanzhilfen

Im Gegenzug für ihre Unterstützung hatten die USA der Türkei Finanzhilfen in Höhe von insgesamt 26 Milliarden Dollar angeboten. Die Türkei aber verlangt mehr als 30 Milliarden Dollar mit der Begründung, ein Krieg im Irak werde schwere Einbußen in der Tourismusbranche zur Folge haben. Doch die US-Regierung will sich nicht erpressen lassen. Die Zeit für eine türkische Entscheidung sei reif, sagte Präsidentensprecher Ari Fleischer am Mittwoch (19.2.2003). Doch auch strategische Bedeutung, so scheint es, hat in diesen Tagen durchaus ihren Preis.

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