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Politik

Bush hemdsärmelig im Frack

Wenn die Queen zu Gast ist, zieht sogar Präsident Bush einen Frack an - und macht den hohen Gast per Versprecher über 200 Jahre alt. Protokollfehler können das herzliche Verhältnis aber anscheinend nicht trüben.

Bush und die Queen: Ihr Besuch im Jahr 1776. Quelle: AP

Bush und die Queen: "Ihr Besuch im Jahr 1776"

Königin Elisabeth II. und Präsident Bush, im hintergrund Männer in Uniform. Quelle: AP

Elisabeth II. und Bush beim Staatsbankett

George W. Bush ist bekannt für seine Hemdsärmeligkeit. Aber wenn die Queen zu Besuch ist, dann wird es auch im Weißen Haus feierlich. Zu Ehren des Hohen Gastes haben die Bushs am Montag (7.5.) zum ersten Mal ein Staatsbankett geben, bei dem die Kleiderordnung "White-Tie" angeordnet wurde - also Frack und weiße Fliege für die Herren Pflicht waren. Laura Bush erzählt, sie habe ihren Mann gemeinsam mit Außenministerin Condoleezza Rice etwas zu dieser formellsten Protokollform überreden müssen. Die First Lady selbst hatte sich vom Modeschöpfer Oscar de la Renta für diesen Anlass eine besondere Robe schneidern lassen: ein türkisfarbenes, besticktes langes Seidenkleid mit passendem Bolero.

Zum fünften Mal besucht die Queen die Vereinigten Staaten von Amerika. Das letzte Mal war sie 1991 in Washington, wo sie den Vaters des jetzigen Präsidenten getroffen hat. Angekommen ist Elizabeth II. in Jamestown, Virginia - dort, wo vor 400 Jahren die ersten britischen Einwanderer eine Siedlung gründeten. Am Samstag besuchte Ihre pferdeverrückte Hoheit das berühmte Pferderennen Kentucky Derby, am Sonntag traf sie in Washington ein.

"Samen der Demokratie"

Die offizielle Begrüßung durch den Präsidenten fand allerdings erst am Montag statt. Beim Empfang vor dem Weißen Haus war die Kleiderordnung noch nicht ganz so elegant wie beim Staatsbankett. Bush in blauem Anzug und brauner Krawatte strahlte sichtlich stolz und zufrieden. Die Queen trug ein Kostüm mit schwarzem Rock und weißer Jacke, dazu einen schwarz-weißen Hut, den eine ebensolche Stoffrose zierte. In seiner Begrüßungsrede für die Königin erinnerte der Präsident an die gemeinsame Vergangenheit und an die Verdienste der Briten, die den "Samen der Freiheit und der Demokratie auf amerikanischem Boden" gepflanzt hätten. "Aus diesem Samen wuchs eine Nation, die immer stolz sein wird, ihre Wurzeln zu den Freunden jenseits des Atlantiks zurückzuverfolgen", sagte Bush.

Schwarz-Weiß-Bild der Queen mit ihrem Mann. Quelle: AP

Die Queen war schon 1957 in Jamestown

Bush dankte der Queen auch für ihre Führungsstärke in Zeiten von Gefahr und Extremismus. Allerdings blieb er seinem Ruf treu, mit Versprechern für Heiterkeit zu sorgen. Er datierte einen Besuch der Queen versehentlich ins 18. Jahrhundert zurück, korrigierte seinen Fehler zwar sofort, aber hielt dann doch inne, um ihrer Majestät schmunzelnd in die Augen zu blicken.

Falten im Teppich

Es war nicht der erste Lapsus, den die Königin und ihr Gemahl erdulden mussten: Bei der Ankunft des königlichen Flugzeugs am Freitag in Jamestown brauchten die Amerikaner 20 Minuten, um den roten Teppich faltenfrei auszurollen - während Prinz Philipp an der Flugzeugtür stand und ihnen zusah.

Doch diese Kleinigkeiten können die lange britisch-amerikanische Freundschaft nicht trüben, die Elisabeth II. in ihrer Rede ebenfalls hervorhob. Sie betonte aber nicht nur die Vergangenheit. "Dieser Besuch lässt uns in die Zukunft der USA und der zukünftigen Zusammenarbeit unserer beiden Länder blicken. Ich freue mich darauf, mir in den nächsten beiden Tagen selbst ein Bild zu machen, wie die Spitzenentwicklungen von Technik und Wissenschaft uns zur nächsten Stufe der Entdeckungen und Erfahrungen der menschlichen Entwicklung bringen." Die Königin bleibt bis Dienstag abend in Washington und wird unter anderem noch ein NASA-Raumfahrtzentrum und ein Kinderkrankenhaus besuchen.

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