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Aktuell Afrika

Burundi an der Schwelle zum Bürgerkrieg?

Mit allen Mitteln versucht der burundische Präsident Pierre Nkurunziza seine Macht zu verteidigen. Nun lehnt er die Entsendung von Friedenstruppen in sein Land ab. Unterdessen geht der blutige Konflikt im Land weiter.

In einem Radio-Interview hat Präsident Pierre Nkurunziza (Artikelbild) klar gemacht, dass er gegen Friedenstruppen der Afrikanischen Union (AU) vorgehen wolle, falls diese in den Konflikt in seinem Land eingreifen.

Er wisse von der AU-Resolution, 5000 Soldaten nach Burundi senden zu wollen, sagte Nkurunziza. Aber die Organisation müsse die Unabhängigkeit und die Grenzen seines Landes anerkennen. "Wenn sie diese Konvention verletzen, ist das ein Angriff auf unser Land, und alle Bürger werden gegen sie kämpfen", sagte Nkurunziza weiter.

Konflikte mit der Opposition

Der Präsident wandte sich ebenfalls gegen die in Uganda laufenden Vermittlungsversuche, da sich seiner Ansicht nach Putschisten unter den Delegierten befunden hätten. Gegner und Befürworter von Nkurunziza liefern sich seit Monaten Gefechte. Kritiker werfen dem 52-Jährigen vor, er habe im Juli verfassungswidrig an der Präsidentenwahl teilgenommen. Die Opposition hatte die Abstimmung boykottiert.

Die Polizei und die Jugendorganisation der Regierungspartei töteten mutmaßliche Regierungsgegner. Bewaffnete Gruppen und abtrünnige Soldaten versuchten, Nkurunziza zu stürzen. Bei den Zusammenstößen mit der Polizei sind Menschenrechts-Aktivisten zufolge bisher mindestens 240 Menschen getötet worden. 220.000 weitere sollen aus dem kleinen Land mit nur zehn Millionen Einwohnern geflohen sein. In Burundi war erst vor einem Jahrzehnt ein verheerender Bürgerkrieg zwischen der Hutu-Mehrheit und der Tutsi-Minderheit mit 300.000 Toten zu Ende gegangen.

cgn/djo (dpa/ap/afp)