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Aktuell Afrika

Burkina Faso: Präsident tritt zurück

Entscheidung in Burkina Faso: Präsident Compaoré hat nach Agenturberichten seinen Rücktritt erklärt. Das Militär ist somit in Ouagadougou erstmal wieder an der Macht. Vorausgegangen waren gewalttätige Proteste.

Zunächst gab es die Information nur aus Armeekreisen, dann hieß es aus Ouagadougou, die Sache sei offiziell: Der Präsident des westafrikanischen Staats Burkina Faso, Blaise Compaore, ist zurückgetreten. Der 63-Jährige habe nach den tagelangen Protesten der Bevölkerung sein Amt niedergelegt. Compaore war seit 27 Jahren im Amt - und hätte gerne noch weiterregiert.

Später meldete auch der einheimische Sender Radio Omega, der Staatschef habe seinen Rücktritt erklärt, das Amt sei nun vakant. Darauf hatten am Vorabend bereits die Generäle gedrungen, die eine Regierung der nationalen Einheit ankündigten. Armeechef Nabéré Honoré Traoré hatte vor der Presse in Ouagadougou erklärt, bis zur Wiederherstellung einer verfassungsmäßigen Ordnung "binnen zwölf Monaten" werde eine Übergangsregierung die Macht übernehmen. Traorés Erklärung komme einem Militärputsch gleich, erklärte der prominente Oppositionspolitiker Benewende Sankara.

Burkina Faso Demonstranten 31.10.2014

Demonstranten auf den Straßen der Hauptstadt

In einer Ansprache am Morgen hatte sich der 63-Jährige Compaoré noch reumütig gezeigt und den heftig kritisierten Plan für eine Verfassungsänderung aufgegeben, die ihm ab dem kommenden Jahr eine dritte Amtszeit ermöglicht hätte. Er habe "die Botschaft verstanden", erklärte er mit Blick auf die jüngsten blutigen Unruhen. Er werde sich um Verhandlungen bemühen für eine "Übergangsperiode", an deren Ende die Macht friedlich an einen "demokratisch gewählten Präsidenten" übergehen solle.

Zehntausende Demonstranten

Die Kundgebungen gegen ihn gingen derweil unvermindert weiter. Zehntausende Demonstranten zogen auch am Freitag wieder durch die Hauptstadt Ouagadougou und forderten seinen Sturz. Die Gegner Compaorés zogen auf den zentralen Place de la Nation und vor das Hauptquartier der Streitkräfte. Bei den tagelangen Protesten sollen nach Angaben der Opposition mindestens 30 Menschen getötet worden sein.

ml/SC (dpa rtr)