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Sport

Buntes Fest für besondere Sportler

In Düsseldorf sind die Special Olympics eröffnet worden, die Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung. Ziel der Wettbewerbe ist, den Menschen durch den Sport zu mehr Anerkennung und Selbstbewusstsein zu verhelfen.

Es war eine stimmungsvolle Eröffnungsfeier mit begeisterten Zuschauern und euphorischen Sportlern. Eine große Show mit Musik- und Tanzdarbietungen, der gelungene Auftakt für die Special Olympics Deutschland, die nationalen Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung in Düsseldorf. Höhepunkte der Zeremonie in der Düsseldorfer Fußball-Arena waren die Entzündung der Flamme der Special Olympics und der Olympische Eid: "Lasst mich gewinnen. Doch wenn ich nicht gewinnen kann, so lasst mich mutig mein Bestes geben!" Die Spiele sollen für mehr Teilhabe an der Gesellschaft sorgen. Gelebte Inklusion sozusagen. Das spiegelt sich auch in der Idee der "Unified-Wettbewerbe" wieder, die in die Spiele integriert sind. Dabei gehen Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam an den Start.

Zu den Special Olympics sind rund 4.800 Athleten in die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt gekommen. Bis Freitag (23.05.2014) messen sie sich in 18 Disziplinen. Darunter sind Teamwettbewerbe wie Fußball und Basketball, Individualsportarten wie Reiten und Kanu, aber auch eher außergewöhnliche Disziplinen wie Boccia, Bowling oder der Kraftdreikampf. Die Fußballer stellen mit mehr als 1.000 Sportlern das größte Teilnehmerfeld der Special Olympics. Sie und alle anderen Athleten gehen hochmotiviert in die Wettkämpfe.

Prominente Unterstützung durch Tischtennis-Weltstar Timo Boll

Prominenter Botschafter der Spiele ist Tischtennis-Weltstar Timo Boll von Borussia Düsseldorf. Der Terminkalender des 33-Jährigen ist vollgepackt. Gerade holte er noch bei der WM in Tokio Team-Silber, schon ist er wieder auf dem Sprung nach China, um dort in der Superliga anzutreten. Aber in diesen Tagen findet er reichlich Zeit, um für die Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung zu werben. Boll freut sich vor allem auf die emotionalen Momente: "Bei den Special Olympics kochen die Emotionen hoch", erzählt Boll mit funkelnden Augen. "Diese wahre Freude, aber auch diese Enttäuschung. Das ist alles noch mal eine Stufe mehr als bei uns. Wirklich herzzerreißend. Und es lohnt sich wirklich, das mal anzuschauen."

Athleten singen gemeinsam bei der Eröffnungsfeier vor der Flamme der Special Olympics (Foto:dpa)

Stimmungsvolle Eröffnungsfeier: Athleten, Volunteers und Besucher feiern gemeinsam

Dass ausgerechnet ein Topstar aus ihrer Sportart Werbung für die Special Olympics macht, freut die Tischtennisspieler besonders. In der großen Halle im Arena Sportpark sind fast 100 Platten aufgestellt: Ideale Trainingsbedingungen für den Kölner Daniel Theissmann und seine Spielpartner: "Ich habe vor zwei Jahren in München Silber geholt. Damit wäre ich hier auch wieder zufrieden", wägt der 41-Jährige seine Chancen ab. "Es soll natürlich Spaß machen, aber ich nehme den Wettbewerb auch ziemlich ernst."

Buntes Treiben in Olympic Town

Wer in Olympic Town unterwegs ist, dem Sportler-Dorf am Fuße der Arena, kommt sofort ins Gespräch. Das ist eine Art Marktplatz, eine Begegnungsstätte für Athleten, Betreuer und Besucher. Und egal, mit wem man spricht, es herrscht hier eine ganz besondere Atmosphäre. Das kann Fotograf Luca Siermann nur bestätigen. Er begleitet die Special-Olympics-Sportler seit zehn Jahren auf nationalen und internationalen Wettbewerben.

Siermann muss es wissen: "Die Unmittelbarkeit, die Herzlichkeit und die Emotionalität sind etwas, was man sich nicht vorstellen kann, wenn man es nicht selber erlebt. Man ist sofort mittendrin", beschreibt der Stuttgarter Fotokünstler seine Beziehung zu den Sportlern. "Man hat keine Distanz zu denjenigen, die dort Sport treiben, wie bei anderen Großveranstaltungen. Und ich habe das Gefühl, sofort Mitglied dieser Special-Olympics-Familie geworden zu sein." Anlässlich der Spiele stellt er im Düsseldorfer Rathaus Porträtfotos von Special-Olympics-Athleten aus.

Großer Werbeaufwand für die Special Olympics

Wer in Düsseldorf lebt oder die Stadt in den vergangenen Tagen besucht hat, dem sind wahrscheinlich die großformatigen Plakate aufgefallen, mit denen für die Spiele geworben wird. Darauf sind drei Gesichter zu sehen: Neben Botschafter Timo Boll Rollschuhläuferin Stefanie Wiegel aus Langenfeld und der Mönchengladbacher Tischtennisspieler Oliver Burbach. Die beiden Teilnehmer durften als "Gesichter der Spiele" sogar schon Autogramme schreiben.

Stefanie Wiegel steht vor einem Werbeplakat für die Special Olympics (Foto: Special Olympics)

Rollschuhläuferin Stefanie Wiegel ist neben dem Tischtennisspieler Oliver Burbach ein Gesicht der Special Olympics

Und ihre Köpfe sind nicht nur auf den Werbeplakaten abgebildet. Sogar eine Straßenbahn mit ihren Gesichtern fährt durch die Stadt. Das macht die 22-jährige Stefanie einerseits stolz, andrerseits ist aber auch ein komisches Gefühl: "Da ist so eine große Bedeutung dahinter. Die Plakate zu kleben mit dem Oliver, das war einfach toll, ein großes Erlebnis."

Teilnehmer schlagen sich auch im Interview prächtig

Und der 23-jährige Tischtenniscrack Olli Burbach ist nicht nur an der Platte schlagfertig, sondern auch im Interview. Nachdem er mit seinem Vorbild Timo Boll ein paar Bälle geschlagen hat, sollte er verraten, ob er vom Europameister ein paar Tipps bekommen hat. Seine entwaffnende Antwort: "Darüber unterhalten sich nur Tischtennisspieler, und das wird im Interview nicht bekanntgegeben."

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