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G20-Gipfel

Bunter Protestzug "Lieber tanz ich als G20"

Mit kreativen Protesten machen die Gipfel-Gegner zwei Tage vor Beginn des Treffens der Staatschefs ihrem Unmut Luft. Sie feiern und tanzen ausgelassen in Hamburgs Straßen. Ganz in grau setzten Künstler ein Zeichen.

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Parade gegen G-20-Gipfel

Tausende Menschen haben in Hamburg unter dem Motto "Lieber tanz ich als G20" gegen das Gipfeltreffen der führenden Wirtschaftsnationen der Welt demonstriert. Die Polizei spricht von 11.000 Teilnehmern, die Veranstalter von bis zu 20.000.

Mit Partystimmung gegen G20-Gipfel

Die Auftaktkundgebung fand an den Landungsbrücken statt. Von dort aus zogen die zumeist jungen Menschen zu Techno und Ravemusik und mit Schildern und Transparenten, auf denen Parolen standen wie "G20 in die Tonne kloppen", in Richtung Gängeviertel. Viele Demonstranten tanzten bei der Demonstration in den späten Abendstunden getreu dem Motto der Veranstaltung auf der Straße. In dem Demo-Zug rollten rund ein Dutzend mit Transparenten geschmückte Motiv- und Musikwagen mit. Viele Spruchbänder nahmen Bezug auf das von der Polizei verfügte Übernachtungsverbot für G20-Gegner in Camps. "Yes we camp" war etwa zu lesen. Auf ein Banner waren zwei Warnzeichen und der Spruch "Danger! Dosenöffner im Camp gefunden" aufgemalt. Viele Demonstranten tanzten auf der Straße.

Hamburg - G20-Gipfel - Demonstration Lieber Tanz ich als G20 (picture-alliance/dpa/C. Charisius)

G20-Protest - friedlich, fröhlich und bunt

Von einigen Wagen stiegen große Seifenblasen und Rauch aus Nebelmaschinen auf. Konfetti und Glitzer wurde in die Menge geworfen. Zwischenfälle gab es nach Polizeiangaben nicht. In dem Aufruf der Veranstalter zum "Lieber tanz ich als G20"-Protest gegen den Gipfel hieß es, man wolle sich weder durch Sicherheitszonen noch durch die "kapitalistische Verwertungsmaschinerie" lahmlegen lassen.

Kunstprojekt "1000 Gestalten"

Nicht laut und bunt, sondern ganz in grau und schweigend setzten Künstler in der Hamburger Innenstadt ein Zeichen für mehr Solidarität und politische Partizipation in die Welt.

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Zombies in Hamburg: Kunstaktion gegen G20

Die Kunstperformance "1000 Gestalten" schaffte es, eindrucksvolle Bilder zu produzieren. Geschminkt mit weißem Tonpulver, das mit Wasser und Pigmenten angerührt wurde, zogen die lehmverkrusteten grauen Gestalten von verschiedenen Orten schweigend und in Zeitlupe durch die Straßen, um sich später von ihren "Panzern" zu befreien. Rund tausend Schaulustige verfolgten die Aktion des Kunstkollektivs.

G20-Kompromiss beim Klima möglich?

Als schwierigstes Thema des Gipfel-Treffens der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer am Freitag und Samstag gilt die Debatte über den Klimaschutz und eine gemeinsame Gipfel-Erklärung dazu. Seit der Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, dass die USA das Pariser Klimaabkommen verlassen, ist die Diskussion hierüber neu entbrannt.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters liegt für das Treffen in Hamburg ein Kompromissvorschlag für den umstrittenen Klimateil vor. In dem Entwurf für die Abschlusserklärung werde einerseits die Kluft mit den USA beim Pariser Klimaschutzabkommen betont. Andererseits sollen sich aber alle 20 Staaten zu gemeinsamen Anstrengungen bekennen, die Treibhausgase zu verringern.

Die Regierungen der G20 - ohne die USA - sowie die EU wollen demnach in dem Papier betonen, dass das Pariser Klimaschutzabkommen "unumkehrbar" sei und sie "entschlossen" seien, den Hamburger Klima- und Energie-Aktionsplan umzusetzen. Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, sagte der Agentur Reuters auf Anfrage zu den Informationen, noch sei nichts entschieden. "Es gibt viele Optionen."

qu/wa (dpa, rtr, epd)

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