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Kultur

Bunte Vielfalt: Romane indischer Autoren

Immer mehr Romane indischer Autoren finden sich in deutschen Regalen. Wer jedoch nicht in englischer Sprache schreibt, wird im Allgemeinen nicht über Indiens Grenzen hinaus bekannt.

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Lebt und arbeitet in Indien: Arundhati Roy


Vor sechs Jahren gelang Arundhati Roy der große Durchbruch: Damals wurde Ihr Roman "Der Gott der kleinen Dinge" zum Weltbestseller. In leichtfüßiger, blumiger Sprache erzählt sie die Geschichte einer Familie aus Kerala. Das Besondere: Roy lebt in Indien, was sie zu einer Ausnahmeerscheinung unter den indoenglischen Romanautoren macht.

Die meisten ihrer international bekannten Kollegen leben im Ausland. Dazu gehören Rohinton Mistry, dessen Bücher "Das Gleichgewicht der Welt" und "Die Quadratur des Glücks" im Westen gelesen werden, Amitav Ghosh, der "Der Glaspalast" geschrieben hat oder Shashi Tharoor, aus dessen Feder "Der große Roman Indiens" und "Aufruhr. Eine Liebesgeschichte" stammen.

Babylonische Sprachvielfalt

Im allgemeinen ist es für Autoren, die in Indien leben, schwierig, auf dem internationalen Markt Fuß zu fassen. Die meisten renommierten Verlage haben wenig Interesse, Bücher aus den indischen Nationalsprachen zu übersetzen.

Trotzdem weigern sich viele indische Schriftsteller in englischer Sprache zu schreiben. Ihre Begründung: Sie wollen sich dem Westen nicht anbiedern. Lieber schreiben sie in Indiens Staatssprache Hindi oder in einer der rund 220 regionalen Sprachen.

Großes Interesse in Deutschland

Indoenglische Romane sind in Deutschland sehr gefragt. Je mehr Exotik, desto besser. "Wir vermuten, dass dieses Interesse vor allem durch den derzeitigen multimedialen Hype um Indien entstanden ist. Bollywood-Filme und indische Musik regen dazu an, sich mit dem Thema Indien auch im literarischen Bereich zu beschäftigen", sagt Christine Höger vom Internet-Buchhandel Amazon.

Indische Frauen-Power

Unter den indoenglischen Romanen findet man viele, die von Frauen verfasst wurden. Die Themen drehen sich häufig um die Suche nach einer eigenen Identität. So beschreibt Anita Nair in ihrem Frauenroman "Das Salz der drei Meere" eine Eisenbahnreise im "Ladies Coupé" - einem Eisenbahnwagon nur für Frauen. Die 45-jährige Akhila ist auf der Reise nach Kanyakumari, der südlichsten Spitze Indiens, an der sich drei Meere treffen. Während der Fahrt lernt sie fünf Frauen kennen. Jede hat ihre eigene Lebensgeschichte zu erzählen.

Auch Autorinnen wie Anita Desai oder Bharati Mukherjee beschäftigen sich in ihren Romanen mit der Suche nach der eigenen Identität. Dabei verweben sie Einzelschicksale mit dem gesellschaftlichen und geschichtlichen Umfeld.

Nobelpreis für V.S. Naipaul

Zwar wurde er in Trinidad geboren, er gehört aber trotzdem zu den indoenglischen Autoren: Vidiadhar Surajprasad Naipaul. Während die meisten indoenglischen Autoren liebevoll und mit Humor auf Indien blicken, ist Naipauls Sicht eine andere. Kritisch und wütend, fast schon herablassend geht er mit dem Land seiner Vorfahren um. 2001 wurde sein Werk mit dem Literaturnobelpreis geehrt.

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