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Sprachbar

Bunte Sprache

Farbe bringt Freude ins Leben und Ausdruck in die Sprache. Gelb ist der Neid, grün die Farbe der Hoffnung, blau das Blut der Adeligen und schwarz die Zukunft der Pessimisten. Ganz schön bunt – die deutsche Sprache.

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Bunte Sprache

„Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum“, das wusste schon der Faust von Goethe. Recht hat er. Farbe bringt Leben in die Sprache und zwar auf sehr unterschiedliche Weise.

Grün ist die Hoffnung

Grau ist der Alltag, langweilig und monoton, wenn ihm die kleinen Farbtupfer fehlen, das freundliche Lächeln der Nachbarin, ein Brief von alten Bekannten, die Aussicht auf eine Gehaltserhöhung am Ende des Jahres. Mit dem jetzigen Lohn ist oft auf keinen grünen Zweig zu kommen. Man will sich doch etwas leisten und der lieben Ehefrau auch mal ein hübsches Geschenk machen können. Schließlich ist die Zeit der Verliebtheit lange vorbei, als sie ihn immer nur durch die rosarote Brille sah und jeden Abend verzieh, den er im Büro verbrachte.

Eine rosa Brille. Die Gläser sind in Herzchenform. Jeanette Dietl - Fotolia

Auch wer eine rosarote Brille aufhat kann hoffen

Und hatte ihn nicht zuletzt der Chef geradezu über den grünen Klee gelobt, seinen Einsatz und sein Talent fast schon übertrieben betont? „Müller, sie haben mit ihrer Argumentation voll ins Schwarze getroffen, auf den Punkt sozusagen.“

Schwarze Aussichten

Andererseits waren da diese seltsamen Beschwichtigungen vom Abteilungsleiter, wenn er nachfragte, wie und wann denn nun das mit der Gehaltserhöhung sei, seine Frau habe sich vor kurzem eine Eigentumswohnung angeschaut, die Zeit werde langsam knapp. „Nur nicht schwarz sehen, Müller, positiv denken“ hatte der Abteilungsleiter gesagt.

„Für alles gibt es den richtigen Zeitpunkt, wenn erst mal die Umsatzzahlen der neuen Produktion im grünen Bereich sind, dann, ja dann. Sonst würden ja die Kollegen gelb vor Neid, wenn der Chef sie jetzt schon belohnen würde.“ Wo ich doch schon so eine tolle Frau hätte und so einen goldigen Sohn. Stimmt, Kollege Schulze ist mir eh nicht grün und hat immer etwas an mir und meiner Arbeit auszusetzen.

Weiße Weste, schwarze Seele

Symbolbild: Ein Mann in Hemd, Krawatte und Anzughose hält die Arme hoch, als wollte er sagen: Ich bin unschuldig. picture alliance/blickwinkel/McPHOTO

Wer eine weiße Weste hat, ist unschuldig

Aber am schlimmsten ist dieser Grünschnabel aus der Postabteilung, gerade mal 25 Jahre mit nur zwei Jahren Berufserfahrung. Jeden schwärzt er an, wegen der kleinsten Kleinigkeit. „Sie haben da vergessen, etwas abzurechnen! Das habe ich hier schwarz auf weiß.“ Dabei hat der doch selber keine weiße Weste und nimmt immer jede Menge Briefmarken und Umschläge mit nach Hause.

Und Schwarzfahren ist doch sein Hobby. Hat er letztens noch damit angegeben. 20 Stationen ohne Fahrausweis. Würde er mindestens dreimal die Woche machen. Aber auf die Schwarzarbeiter schimpfen, die sich ohne Steuern zu zahlen mit ihren Jobs eine goldenen Nase verdienten, wie er meint. Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, heißt es ja. Aber wenn der noch mal den Mund aufmacht, dann sehe ich rot, dann werde ich ihm mal so richtig meine Meinung sagen.

Blaublütig ins Blaue hinein

Prinz Charles küsst seiner Mutter Queen Elizabeth die Hand anlässlich ihres 90. Geburtstags. Getty Images/C. Jackson

Zwei Blaublütige, die bekannt sind wie ein bunter Hund

Ach, blaublütig müsste man sein wie die Adeligen, ein Graf oder Fürst oder so etwas – mit guter Erbschaft, Schloss und Pferdekoppel. Dann müsste man nicht ständig auf den Silberstreif am Horizont warten und von goldenen Zeiten nur träumen, könnte einfach mal blau machen und nicht im Büro erscheinen – und wenn die anderen sich grün und blau ärgern, ruhig seinen Milchkaffee im Bistro schlürfen.

Andererseits „von Müller“ würde auch ziemlich doof klingen. Und die „von und zu’s“ sind ja auch nicht alle reich. Wenn man reich ist und bekannt wie ein bunter Hund wie zum Beispiel der Fürst von Monaco, dann kann das ja auch ziemlich anstrengend sein. Aber man wird ja wohl mal träumen dürfen, so ins Blaue hinein.

Grünes Licht und blaue Wunder

Also gut, ich warte noch bis zum nächsten Monat. Wenn dann nicht endlich grünes Licht kommt für meine Gehaltserhöhung, dann, dann sollen die ihr blaues Wunder erleben!




Arbeitsauftrag
Blaues Blut, rosarote Brillen und grünes Licht – nehmt Buntstifte zur Hand und werdet kreativ! Malt drei farbenfrohe Redewendungen aus dem Text. Lasst die Gruppe dann erraten, welche Redewendung ihr gemalt haben. Derjenige, der richtig rät, muss die Redewendung der Gruppe erklären und darf als nächster seine gemalte Redewendung erraten lassen. Viel Spaß!

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