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Aktuell Deutschland

Bundeswehrsoldaten in der Türkei überlastet

Nicht nur das Material der Bundeswehr zeigt Ermüdungserscheinungen, auch Soldaten des Patriot-Einsatzes in der Türkei kommen an ihre Grenzen. Empfohlene Pausen werden oft nicht eingehalten.

Bei dem NATO-Einsatz zum Schutz der Türkei vor Angriffen aus Syrien bekommen Soldaten nicht ihre nötigen Pausen. 28 Prozent der Soldaten konnte die Karenzzeit von 20 Monaten zwischen zwei Einsätzen nicht gewährt werden. Das geht aus einer Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs im Verteidigungsministerium, Ralf Brauksiepe, auf eine Anfrage des Grünen-Abgeordneten Tobias Linder hervor. Ein ähnliches Problem trat bereits mehrfach für unterschiedliche Spezialisten etwa beim Einsatz in Afghanistan und auf dem Balkan auf.

Bisherige Maßnahmen reichen nicht

"Wir versuchen, das Problem durch die Splittung der Auslandsaufenthalte für die Soldaten zumindest zu entschärfen", sagte ein Sprecher des Ministeriums. Außerdem gebe es Entspannungsseminare und Betreuungsangebote. Auch auf eine besonders zuverlässige und gute technische Ausstattung wird Wert gelegt: "Zur Gewährleistung der maximalen Einsatzbereitschaft der Patriot-Staffeln in der Türkei werden diese vorrangig mit Ersatzteilen versorgt", heißt es in dem Schreiben weiter. Bei einer Fortführung der Mission im nächsten Jahr könne das aber die Einsatzbereitschaft der für die Ausbildung zur Verfügung stehenden Waffensysteme beeinträchtigen.

Das Bundestagsmandat für den Patriot-Einsatz läuft am 31. Januar aus. Dann muss neu entschieden werden. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte der Türkei bei einem Besuch der Soldaten im März zugesagt, den Einsatz im Zweifelsfall bis zu einer Lösung des Syrien-Konflikts fortzusetzen. Es bedürfe noch starker Anstrengungen der Völkergemeinschaft bis zu einer Lösung, sagte sie damals. "Solange dies so ist, ist es auch richtig, hier den Schutz zu liefern."


bri/uh (dpa)