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Asien

Bundeswehrsoldaten bei Anschlag getötet

Bei einem Anschlag auf die Bundesehr sind im Norden Afghanistans drei deutsche Soldaten getötet worden. Der Angreifer trug die Uniform der afghanischen Armee.

Bundeswehrsoldaten in Afghanistan (Foto: AP)

Nach einer Schießerei in einem Lager der Bundeswehr ist ein dritter Soldat gestorben. Der Anschlag ereignete sich in der nördlichen Provinz Baghlan. Der genaue Ablauf ist noch unklar. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg erklärte, ein schwer bewaffneter Mann in der Uniform der afghanischen Streitkräfte habe "völlig überraschend aus kurzer Distanz" mit einer Handfeuerwaffe auf die Soldaten geschossen. Diese waren gerade mit "Instandsetzungsarbeiten" beschäftigt.

Täter wurde erschossen

Mehrere verletzte Soldaten gebe wurden mit Rettungshubschraubern zur medizinischen Behandlung nach Pol-e Khomri ausgeflogen. Sie sollen später im Feldlazarett Kundus behandelt werden. Der Täter wurde von den Bundeswehr-Soldaten erschossen. Zu seiner Identität und seinem Motiv gibt es bisher keine näheren Angaben. Wie er in das Lager gelangen konnte, muss noch geklärt werden. Der Minister betonte, der Vorfall dürfe nicht dazu führen, die bislang sehr erfolgreiche Zusammenarbeit von deutschen und afghanischen Streitkräften jetzt grundsätzlich in Frage zu stellen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle sprach von einem "hinterhältigen Terrorakt". Der Anschlag habe nicht nur der Bundeswehr gegolten. "Es war ein Angriff auf all jene, die sich für ein friedliches Afghanistan einsetzen", sagte er.

Gefährlicher Stützpunkt "OP North"

Im Lager "OP North" (Operation Point North - Beobachtungspunkt Nord) in der Unruheprovinz Baghlan sind 500 Bundeswehrsoldaten stationiert. Der Stützpunkt gehört zu den gefährlichsten Einsatzorten der Bundeswehr im Norden Afghanistans. Die Soldaten gehören einem sogenannten Ausbildungs- und Schutzbataillon an, das für das Training der afghanischen Armee gebildet wurde. Da das Lager derzeit ausgebaut wird, sind auch zahlreiche afghanische Lagerarbeiter und Soldaten dort. Als möglich galt auch, dass der Angreifer sich die Uniform auf illegalem Weg beschaffte.

Seit Beginn des Einsatzes 2001 sind 48 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan ums Leben gekommen. Insgesamt befinden sich derzeit rund 4.900 deutsche Soldaten in Afghanistan im Einsatz.

Autorin: Gerhard M Friese/ Marion Linnenbrink (dpa, rtr, rtrd, afp)
Redaktion: Eleonore Uhlich/ Thomas Grimmer