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Aktuell Deutschland

Bundeswehrsoldat soll sich nach Syrien abgesetzt haben

Ein Bundeswehrsoldat soll angeblich Fahnenflucht begangen haben, um in Syrien gegen die Terrormiliz Islamischer Staat zu kämpfen.

Symbolbild: Ein Bundeswehrsoldat nimmt im Marmal-Gebirge bei Masar-i-Scharif an einer Übung teil (Foto: Maurizio Gambarini/dpa)

Symbolbild: Bundeswehrsoldat bei einer Übung in Afghanistan

Hat sich ein deutsche Soldat nach Syrien abgesetzt, um dort gegen die Terrormiliz Islamischer Staat zu kämpfen? Ein Brief könnte darauf hindeuten. Die Bundeswehr bestätigt bislang nur eines: Er ist weg.

Ein Sprecher des Presse- und Informationszentrums des Heeres in Strausberg sagte am Freitag lediglich, dass ein Stabsunteroffizier des Panzerpionierbataillons 701 im thüringischen Gera seit dem 16. Juni fahnenflüchtig sei. Über den Aufenthaltsort des Soldaten sei bisher nichts bekannt.

Nach Informationen des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) stammt der Mann aus Sachsen und war als Personalsachbearbeiter tätig. Der Zeitsoldat soll demnach seinem Bruder einen Brief geschrieben haben, in dem er von seinem Vorhaben berichtet, gegen den IS zu kämpfen. Außer dem Brief gebe es allerdings keinerlei Hinweise auf ein politisches Motiv für sein Verschwinden. Laut MDR vermute man bei der Bundeswehr, dass er sich kurdischen Kämpfern anschließen will. Deutschland unterstützt kurdische Einheiten im Nordirak im Kampf gegen die IS-Milizen mit Waffenlieferungen.

Aus Deutschland in den Krieg

Prominenter sind Fälle von Bundeswehrsoldaten, die sich dem IS angeschlossen haben. Im März hatte der Militärische Abschirmdienst (MAD) bekanntgegeben, dass mehr als 20 frühere Bundeswehr-Angehörige in den Reihen der IS-Miliz in Syrien und im Irak vermutet werden.

"Jeder einzelne Fall ist einer zu viel", hatte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen damals betont. "Aber wir müssen die Zahlen in eine Relation stellen und auch darstellen, dass wir genau hinschauen." In den vergangenen fünf Jahren habe es rund 140 abgeschlossene Verdachtsfälle gegeben. "In 70 Fällen gab es Entwarnung, nur in 18 Fällen hat sich der Verdacht bestätigt." In der Regel seien die Betroffenen vorzeitig entlassen worden. Das Verteidigungsministerium hatte damals erklärt, man wolle prüfen, ob die Bundeswehr besser vor dem Einsickern von Islamisten zu geschützt werden müsse.

sp/stu (dpa, afp)