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Asien

Bundeswehr unschuldig am Tod einer Zivilistin

Ein Untersuchungsbericht der Bundeswehr entlastet deutsche Soldaten. Danach sind sie nicht verantwortlich für den Tod einer Zivilistin. Präsident Karsai fordert vom Westen, seine militärischen Operationen einzustellen.

Bundeswehrsoldat mit Waffe in Afghanistan (Foto: dpa)

Bundeswehrsoldaten leisten einen schwierigen Job in Afghanistan

Der vorläufige Untersuchungsbericht ist deutlich. Es könne nach menschlichem Ermessen ausgeschlossen werden, dass deutsche Soldaten für den Tod einer afghanischen Zivilistin verantwortlich sind, sagte ein Sprecher der Bundeswehr im regionalen Hauptquartier Masar-i-Scharif. Das hatte der Polizeichef des Distrikts Char Darah in der nordafghanischen Provinz Kundus behauptet und einer Bundeswehr-Patrouille Fahrlässigkeit unterstellt. Nach Darstellung des Polizeichefs sollen deutsche Soldaten am vergangenen Mittwoch während eines Schusswechsels die Frau versehentlich in ihrem eigenen Haus getötet haben.

Der vorläufige Untersuchungsbericht weist nun darauf hin, dass die schwere Kopfverletzung der Frau weder durch einen Schuss, noch durch einen Querschläger verursacht worden sein können. Es seien in der Wunde der Toten keine Projektile oder Splitter gefunden worden.

Bundeswehrsoldat in einem afghanischen Dorf (Foto: dpa)

Einsatz im Norden Afghanistans

Nach dem militärischen Schub ein politischer

Zivile Opfer sorgen immer wieder für erhebliche Spannungen zwischen dem internationalen Bündnis, der afghanischen Regierung und der Bevölkerung. Als der UN-Sondergesandte Staffan de Mistura vor ein paar Tagen die neueste Statistik über die Zahl der getöteten Zivilisten vorstellte, fand er deutliche Worte: "Die afghanische Bevölkerung zahlt den Preis für diesen Konflikt." Deshalb müsse dem militärischen Schub jetzt ein politischer folgen, so die eindringliche Bitte des UN-Mitarbeiters. Dieser Konflikt sei militärisch nicht zu lösen. Es müsse darum gehen, die Zivilisten zu schützen.

Mehr Kontrollen im pakistanischen Grenzgebiet

Präsident Hamid Karsai (Foto: dpa)

Karsai will keine militärische Hilfe mehr aus dem Westen

Nach Angaben der Vereinten Nationen haben im vergangenen Jahr fast 2800 Unbeteiligte ihr Leben verloren – so viele wie noch nie seit dem Sturz der Taliban vor bald 10 Jahren. Die radikalen Islamisten und andere militante Gruppen seien demnach für drei Viertel der Opfer verantwortlich, ausländische und afghanische Truppen für 16 Prozent. Afghanistans Präsident Hamid Karsai hat das westliche Bündnis an diesem Samstag aufgefordert, seine militärischen Operationen einzustellen. Der Krieg gegen den Terrorismus sei nicht in afghanischen Dörfern und Häusern zu führen, sondern an einem anderen Ort, der der NATO bekannt sei. Karsai meint das pakistanische Grenzgebiet.

Es ist unwahrscheinlich, dass die internationalen Truppen seiner Bitte nachkommen, zumal es für den Westen darum geht, den Abzug seiner Kampftruppen bis 2014 vorzubereiten. Der amerikanische ISAF-Kommandeur David Petraeus geht davon aus, dass die Gewalt in diesem Jahr zunehmen wird. Die Soldaten der ISAF und der afghanischen Armee würden verstärkt in der Offensive sein, um die Erfolge von 2010 zu verteidigen und auszubauen, so Petraeus. "Als ich unseren Soldaten geschrieben habe, was sie gemeinsam mit unseren afghanischen Partner erreicht haben, habe ich ihnen auch gesagt, dass 2011 ein sehr hartes Jahr wird."

Autorin: Sandra Petersmann, Neu Delhi

Redaktion: Sabine Faber

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