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Aktuell Welt

Bundeswehr startet Mali-Einsatz

Transall-Flugzeuge der Bundeswehr sind nach Mali abgeflogen. Dort sollen sie der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas logistische Unterstützung beim Truppentransport leisten.

Vom schleswig-holsteinischen Flugplatz Hohn aus hat die Bundeswehr hat mit ihrem Mali-Einsatz begonnen. Zwei Transall-Transportflugzeuge starteten von dort, eine dritte startet am heutigen Freitag in Bayern. Jedes Flugzeug hat sieben Besatzungsmitglieder an Bord und kann bis zu 90 Soldaten transportieren. Die Bundesregierung hatte am Mittwoch nach einer Anfrage der französischen Regierung entschieden, den Kampf gegen die Rebellen mit Transall-Maschinen zu unterstützen.

Die Maschinen flogen zunächst ins französische Évreux. Dort sollen zwei der insgesamt drei Flugzeuge mit Sanitätsmaterial beladen werden und am Samstag in der malische Hauptstadt Bamako landen. Die dritte Maschine ist nach Angaben der Luftwaffe nur Ersatz und soll wieder nach Deutschland zurückkehren.

Ecowas-Soldaten ins Kampfgebiet

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EU will in Mali nicht kämpfen

Die Transporter sollen Soldaten der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas in das Kampfgebiet bringen, wo sie zusammen mit malischen und französischen Soldaten Islamisten aus dem Norden des Wüstenstaats zurückdrängen sollen. Die 3300 bis 3500 Soldaten der Ecowas werden von den Nachbarländern Nigeria und Niger gestellt, aber auch von Togo, Burkina Faso, Senegal und die Elfenbeinküste. Frankreich verstärkte unterdessen seine Truppen in Mali von 800 auf 1400 Soldaten.

Die Europäische Union kündigte an, rund 250 Militärausbilder nach Mali zu entsenden. Sie sollen dafür sorgen, dass die Armee des Landes die Rebellen bekämpfen kann. Der französische General François Lecointre wurde zum Kommandeur der EU-Trainingsmission in Mali ernannt.

Bei den Kämpfen gegen islamistische Rebellen hat die Armee Malis nach eigenen Angaben die Stadt Kona im Zentrum des Landes zurückerobert. Kommandeur Didier Dakouo sagte im nationalen Fernsehen, die Kämpfe rund um die Stadt gingen jedoch weiter. Die Truppen seien nun auf dem Weg in die von Rebellen gehaltene Stadt Douentza.

Westerwelle für afrikanische Lösung

Außenminister Guido Westerwelle sagte, der Umfang der deutschen Beteiligung an dem Einsatz stehe noch nicht fest: "Auf Dauer wird es keine europäische oder militärische Lösung geben können in Mali. Auf Dauer geht es darum, dass die afrikanischen Kräfte es schaffen müssen, die malische Armee es schaffen muss", sagte der Minister. Einen Kampfeinsatz zur Unterstützung der französischen Truppen in Mali schloss er aus.

Entwicklungsminister Dirk Niebel warnte vor einer Ausweitung des Bürgerkriegs in Mali. Niebel sagte in einem Zeitungsinterview: "Der Militäreinsatz ist richtig und kommt gerade rechtzeitig. Verlieren wir Mali, besteht die Gefahr, dass sich der islamistische Terrorismus in Westafrika weiter ausbreitet." Der Minister betonte, dass Deutschland die Menschen in Mali jetzt nicht allein lassen dürfe und entwicklungspolitisch präsent sein müsse. Im Kern sei der Konflikt ein politisches Problem, so Niebel. Mali müsse den Sprung zurück zu einer demokratischen Regierung schaffen.

Ein Land auf dem Weg ins Chaos

Mali leidet seit dem Frühjahr 2012 unter bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Der Konflikt begann mit Aufständen von Tuareg-Rebellen im Norden des Landes. Die Vertreter des Nomadenvolks forderten mehr politische Rechte. Nach einem anschließenden Militärputsch in der Hauptstadt Bamako driftete das Land immer weiter ins Chaos. An die Spitze der Aufständischen im Norden setzten sich unterdessen islamistische Kräfte. Zuletzt kontrollierten sie zwei Drittel des Landes.

Seit vergangenem Freitag sind französische Truppen in Mali, um die Islamisten zurückzudrängen. Aufgrund der andauernden Kämpfe sind zehntausende Menschen auf der Flucht.

mm/pg (dpa, rtr, afp, kna)

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