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Aktuell Europa

Bundeswehr schickt Kampfjets in das Baltikum

Angesichts der Ukraine-Krise verstärkt die Bundeswehr die Luftraumüberwachung über dem Baltikum. Vier Kampfflugzeuge des Typs Eurofighter wurden dazu mit 170 Soldaten vorübergehend nach Estland verlegt.

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Max Hofmann in Brüssel über die NATO-Beratungen (29.08.2014)

Zwei weitere Jets bleiben in Deutschland in Bereitschaft. Die Entsendung der Kampfflugzeuge bis Ende des Jahres ist Teil eines Maßnahmenpakets, das die Nato als Reaktion auf die Ukraine-Krise beschlossen hatte. Dazu zählt unter anderem die verstärkte Überwachung des Luftraums über den baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland, die an Russland grenzen und über keine eigenen Kampfjets verfügen.

Schon seit der Osterweiterung des Bündnisses 2004 übernehmen die Verbündeten im Westen die Sicherung des Luftraums über dem Baltikum. Aufgabe der Nato-Kampfjets ist es, fremde Flugzeuge, die in den Luftraum der Allianz eindringen, zu identifizieren und notfalls zur Landung zu zwingen.

Neben Deutschland beteiligen sich an dem Einsatz derzeit nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Berlin Portugal, Kanada und die Niederlande. Die deutsche Luftwaffe schickt nunmehr zum sechsten Mal Jets.

Steinmeier warnt vor Annexion einer Landbrücke

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warnte Russland unterdessen vor der Annexion einer Landverbindung zur Krim im Südosten der Ukraine. "Offenbar hat Russland Versorgungsschwierigkeiten auf der Krim", sagte Steinmeier der "Märkischen Allgemeinen Zeitung". Schließlich sei die völkerrechtswidrig annektierte Halbinsel für Russland nur aus der Luft oder über das Meer zu erreichen. "Es scheint also nicht ausgeschlossen, dass Russland versucht, Landverbindungen zu schaffen, mit denen die Versorgung der Bevölkerung auf der Krim von russischer Seite aus organisiert werden soll".

Frank-Walter Steinmeier EU-Außenministertreffen in Mailand 29.08.2014

Russland könnte eine Landbrücke zur Krim annektieren, warnt Außenminister Steinmeier

Der Außenminister wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass in der vergangenen Woche im Südosten der Ukraine von pro-russischen Milizen "eine zweite Kampflinie" um die Stadt Mariupol eröffnet wurde. "Russische Landbrücken und Korridore wären ebenso völkerrechtswidrig und zu verurteilen wie die Annexion der Krim durch Russland", so Steinmeier weiter.

Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" will die Nato als Reaktion auf die Ukraine-Krise in den drei baltischen Staaten sowie in Polen und Rumänien fünf neue Stützpunkte aufbauen. Dort sollen jeweils 300 bis 600 Soldaten als Logistiker, Aufklärer und Einsatzplaner Übungen vorbereiten und im Ernstfall Einsätze führen. Die Details sollen laut "FAS" beim Nato-Gipfel Ende der Woche in Wales ausgearbeitet werden.

haz/mak (rtr, dpa)

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