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Aktuell Nahost

Bundeswehr rückt näher an die Kämpfe im Irak

Wo die Front ist, lauert die Gefahr. Für deutsche Soldaten im Irak wächst mit neuen Aufgaben auch die Bedrohung - die Folgen sind offen. Die Bundesverteidigungsministerin will Sicherheit vermitteln.

Wegen der bevorstehenden Kämpfe um Mossul weitet die Bundeswehr ihren Ausbildungseinsatz im Nordirak aus. Irakische Regierungstruppen und kurdische Peschmerga wollen die Stadt in Kürze mit US-amerikanischer Hilfe aus den Händen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) befreien. Die Bundeswehr bildet die Peschmerga aus und beliefert sie mit Waffen.

Künftig kämen deutsche Soldaten auch wenige Kilometer hinter der Frontlinie den kurdischen Kämpfern entgegen, worum diese gebeten hätten, erklärte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen. Das sei "eine Frage der Effizienz und der Zeitersparnis", so die Ministerin bei einem Besuch im nordirakischen Erbil.

"Sicherheit hat Priorität"

Die Bundeswehr werde jedoch nur in ruhigen Gebieten eingesetzt. Die Sicherheit der 140 Soldaten habe absolute Priorität, sagte von der Leyen. Andere Bündnispartner wie die Niederlande, Ungarn oder Belgien, die mit insgesamt 300 Kameraden die Kurden unterweisen, rücken ebenfalls näher an Mossul heran.

Die Ausbildungsstätte "Bnaslawa" liegt 55 Kilometer östlich der Frontlinie. Geplant sei, dass kleine Trupps mit bis zu 30 Soldaten künftig nur noch 20 Kilometer vom IS-Gebiet entfernt die Peschmerga schulen, meldet die Deutsche Presse-Agentur. Demnach soll das Training wie bisher in geschützten Lagern stattfinden. Der Sicherheitsabstand soll verhindern, dass die Bundeswehr - etwa durch Mörserbeschuss - in die Kämpfe verwickelt wird.

Bundesverteidigungsministerin von der Leyen mit dem kurdischen Premierminister Nechirvan Barzani in Erbil (Foto: Reuters)

Bundesverteidigungsministerin von der Leyen mit dem kurdischen Premierminister Nechirvan Barzani in Erbil

Nach dem Verlust von Falludschah westlich von Bagdad ist Mossul die letzte Hochburg des IS im Irak. Ihre Rückeroberung von den Dschihadisten ist seit längerem angekündigt. Es wird erwartet, dass die Offensive vielleicht noch in diesem, spätestens aber im kommenden Jahr beginnt - und sich zäh gestaltet. Militärexperten gehen von einem monatelangen Häuserkampf aus. Hilfsorganisationen rechnen damit, dass eine Million Menschen vor den Gefechten fliehen werden.

jj/mak (dpa, afp, rtr)

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