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Aktuell Welt

Bundeswehr könnte NATO-Speerspitze stellen

Als Reaktion auf russische Provokationen will die NATO ihre schnelle Eingreiftruppe um eine "Speerspitze" ergänzen. Bis diese steht, soll die Bundeswehr nach Medienberichten im Rahmen einer Interims-Truppe einspringen.

Die Bundeswehr soll nach Informationen der Zeitung "Die Welt" vorübergehend eines Schlüsselrolle beim Schutz der ost- und mitteleuropäischen NATO-Partner spielen. Wie das Blatt berichtet, plant die NATO, das Deutsch-Niederländische Korps in Münster zumindest im kommenden Jahr als Hauptteil einer vorübergehenden "Speerspitze" einzusetzen. Sie solle die rasche Reaktionsfähigkeit des Bündnisses sichern, bis die im September beschlossene neue Krisentruppe am Start sei.

Russische Provokationen

Als Antwort auf die russischen Provokationen hatte die NATO bei ihrem Gipfel in Wales vereinbart, ihre sogenannte schnelle Eingreiftruppe (NRF) um eine "Speerspitze" zu erweitern, die 3000 bis 5000 Soldaten umfassen und innerhalb von zwei bis fünf Tagen einsatzbereit sein soll. Doch deren endgültiger Aufbau dürfte sich entgegen ursprünglichen Planungen mindestens bis 2016 hinziehen, so "Die Welt".

Damit bis dahin kein Vakuum entstehe, solle Anfang 2015 zur Überbrückung eine vorläufige "Speerspitze" eingerichtet werden, deren Führung beim Deutsch-Niederländischen Korps liegen werde. Bei Bedarf könne die Interims-Truppe durch Luft- und Marineeinheiten aus Frankreich und Spanien ergänzt werden.

"Klares Zeichen an Moskau"

Bereits bei ihrem nächsten Treffen Anfang Dezember könnten die NATO-Außenminister dies beschließen, schreibt die Zeitung und zitiert einen nicht namentlich genannten hohen NATO-Vertreter: "Das ist ein klares Zeichen an unsere Verbündeten im Osten und ein klares Zeichen an Moskau."

Die NATO wollte den "Welt"-Bericht auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa zunächst nicht kommentieren. Sie verwies lediglich darauf, dass über Stärke und Zusammensetzung der neuen "Speerspitzen"-Truppe beim NATO-Verteidigungsministertreffen im kommenden Februar entschieden werden solle.

"Hoher Stellenwert"

Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums sagte dpa, das Konzept der schnellen Eingreiftruppe befinde sich derzeit bei der NATO noch in der Entwicklung. Deutschland messe dem Projekt einen hohen Stellenwert bei.

"Im Rahmen dieser Entwicklung und als klares politisches Signal unterstützen wir deshalb auch erste Erprobungen Anfang 2015, an denen wir uns beteiligen." Details dazu nannte der Sprecher nicht, bestätigte aber, dass Deutschland der NRF für das kommende Jahr 4000 Soldaten zugesagt habe.

Muskelspiele an der NATO-Grenze

Infolge der Ukraine-Krise lassen sowohl das westliche Verteidigungsbündnis als auch Russland seit einigen Monaten die Muskeln spielen. Die russischen Streitkräfte flogen westlichen Angaben zufolge zuletzt unter anderem "außergewöhnlich umfangreiche Manöver" über den europäischen Meeren.

jj/re (dpa, Die Welt)