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Politik

Bundeswehr bildet Iraker aus

Seit November bildet die Bundeswehr in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) irakische Soldaten aus. Jetzt will die Bundesregierung ihre Ausbildungshilfe für die irakische Armee erweitern.

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Fahrschule in der Wüste

Geplant ist unter anderem die Aufstellung eines Baupionierverbandes mit deutscher Unterstützung. Auch dieser Teil der Ausbildung könnte im kommenden Frühjahr in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden. Darüber hinaus sollen irakische Offiziere an Ausbildungseinrichtungen der Bundeswehr in Deutschland auf ihre neuen Aufgaben vorbereitet werden. Der erste Teil der Ausbildungsmission der Bundeswehr in den VAE endet am 22. Dezember.

Es ist Prüfungstag bei der Bundeswehr in Abu Dhabi. Wochenlang haben die irakischen Soldaten über Schaltplänen gebrütet, an Schrauben gedreht und deutsche Lastwagen durch den tiefen Sand gesteuert - alles unter Anleitung von 30 deutschen Ausbildern. Kurz vor ihrer Rückreise in den Irak sollen sie noch einmal zeigen, was sie können.

Genügend Platz zum Üben

Alle 120 irakischen Soldaten hatten bereits eine Grundausbildung als Militärkraftfahrer, Elektriker oder Mechaniker - das war die Bedingung der Bundesregierung. Jetzt werden sie umgeschult auf Mercedes-Lastwagen der Bundeswehr. Hundert davon schenkt Deutschland der irakischen Armee, und sie sollen möglichst lange halten.

Bundeswehr Ausbildungskommando

Das Abzeichen des Ausbildungskommandos Abu Dhabi

Während deutsche und irakische Soldaten in den klimatisierten Hallen der emiratischen Armee technische Details besprechen, dröhnen draußen im Gelände die Motoren der Lastwagen: Fahrunterricht. "Die Bedingungen sind ideal", sagt einer der deutschen Ausbilder. Weit und breit Sand und genügend Platz, in der Ferne stehen ein paar Kamele. Bei den Fahrstunden sind die Dolmetscher nicht immer dabei, also wird improvisiert.

Freundlicher Umgangston

Links, rechts, geradeaus - das kommt dem Bundeswehr-Soldaten inzwischen auch auf Arabisch über die Lippen. Für den Notfall hat er die entscheidenden Worte auf einem Zettel notiert. In den vielen gemeinsam verbrachten Stunden ist die Entfernung zwischen Deutschland und dem Irak für die Soldaten geschrumpft. Trotz des allgemein freundlichen Umgangstons wird manches aber ganz bewusst nicht angesprochen. "Der kulturelle Unterschied ist natürlich da, aber wir sind darauf vorbereitet. Bestimmte Themen, zum Beispiel religiöse Fragen, grenzen wir weitgehend aus", erzählt erzählt Oberstleutnant Wolfgang Stonis, der Kommandeur des Ausbildungskommandos.

Wenn Deutsche und Iraker in dieser Woche in ihre Heimat zurückkehren, ist die Ausbildungsmission der Bundeswehr noch nicht zu Ende. Schon im Frühjahr sollen Pioniere geschult werden, höchstwahrscheinlich wieder in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Denn die Zusammenarbeit der drei Länder hat sich bewährt. Die Bundesregierung kann einen Beitrag zum Wiederaufbau leisten, ohne deutsche Soldaten in den Irak zu schicken. Die Emirate tragen einen Teil der Kosten und bieten beste Ausbildungsbedingungen.

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