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Politik

Bundeswehr übergibt Piraten an Kenia

Die sieben mutmaßlichen somalischen Angreifer des deutschen Frachters "Spessart" kommen in Kenia vor Gericht. Andere Piraten kaperten vor der somalischen Küste ein Handelsschiff mit 21 US-Seeleuten.

Die deutsche Fregatte Rheinland-Pfalz legt am Hafen von Mombasa an (Foto: AP)

Die "Rheinland-Pfalz" im Hafen von Mombasa

Die Bundeswehr hat die sieben Piraten, die Ende März das deutsche Versorgungsschiff "Spessart" im Golf von Aden angegriffen haben sollen, am Mittwoch (08.04.2009) den kenianischen Behörden übergeben. In der Hafenstadt Mombasa habe der letzte Pirat die deutsche Fregatte "Rheinland-Pfalz" verlassen, erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Vermutlich werde es schon am Donnerstag einen Haftprüfungstermin geben. Die sieben Männer hatten den Versorgungstanker am 29. März erfolglos mit Handfeuerwaffen angegriffen und waren anschließend auf der Fregatte "Rheinland-Pfalz" festgesetzt worden.

Abkommen ermöglicht Auslieferung an Kenia

Das Containerschiff Maersk Alabama (Foto: AP)

Die "Maersk Alabama" mit 21 US-Seeleuten war kurzzeitig gekapert

Nach den USA hatte auch die EU Anfang März mit der kenianischen Regierung ein Abkommen über die Überstellung mutmaßlicher somalischer Piraten geschlossen, die vor der ostafrikanischen Küste dingfest gemacht wurden. Dieses Abkommen gilt als Rechtsgrundlage für die Überstellung von Seeräubern an Kenia. Die Übergabe der sieben Verdächtigen am Mittwoch war umstritten, da die Männer mit dem Bundeswehr-Tanker "Spessart" ein deutsches Schiff angegriffen hatten und es daher auch Argumente für einen Prozess in Deutschland gab. Das Amtsgericht in Kiel hatte bereits vorsorglich Haftbefehl gegen die Piraten erlassen.

Sechs Schiffe in einer Woche gekapert

Ungeachtet aller Sicherheitsvorkehrungen und verstärkter Patrouillen haben Piraten am Mittwochmorgen vor der Küste Somalias ein weiteres Handelsschiff mit 21 US-Bürgern an Bord gekapert. Verletzte gebe es keine. Die "Maersk Alabama" fährt für eine amerikanische Filiale der dänischen Reederei Maersk. Sie transportiert Hilfsgüter für Afrika.

Über die Lage an Bord gibt es unterschiedliche Meldungen. Wie ein Sprecher der Reederei am Mittwochabend erklärte, haben die Piraten das Schiff verlassen und ein Crew-Mitglied als Geisel mitgenommen. Frühere Äußerungen eines Besatzungsmitglieds, wonach es sich bei der Geisel um den Kapitän handele, konnte er allerdings nicht bestätigen. In einem Telfoninterview hatte der zweite Bootsmann des Schiffes erklärt, der Kapitän werde von allen vier Piraten in einem Rettungsboot als Geisel festgehalten. "Sie wollen Lösegeld für unseren Kapitän und wir versuchen ihn zurückzubekommen", erkärte er weiter. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums übernahm die Besatzung offenbar wieder die Kontrolle über das Schiff. Wie der Fernsehsender CNN am Mittwochabend unter Berufung auf die US-Marine meldete, ist ein Zerstörer der US-Marine am Ort des Geschehens eingetroffen.

Trotz Flottenaufmarsch immer wieder Überfälle

Drei verhaftete somalische Piraten unter strenger Bewachung (Foto: AP)

Somalische Piraten machen den Golf von Aden unsicher

Wegen der deutlichen Zunahme von Piratenüberfällen vor dem Horn von Afrika hatte die Europäische Union Kriegsschiffe in die Region entsandt, um eine der weltweit wichtigsten Handelsrouten zu überwachen. Trotz des Flottenaufmarsches kommt es entlang der somalischen Küste immer wieder zu Überfällen. So brachten Piraten am vergangenen Samstag den deutschen Frachter "Hansa Stavanger" in ihre Gewalt. Nach Angaben der Hamburger Staatsanwaltschaft sind auch fünf Bundesbürger an Bord des in Hamburg registrierten Schiffes. Ihr Schicksal ist weiter ungewiss. Insgesamt befinden sich 24 Seeleute aus mehreren Nationen an Bord. (aco/je/ap/dpa/rtr/afp)

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