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Musik

Bundesverdienstkreuz für Daniel Barenboim

Der israelisch-argentinische Pianist und Dirigent Daniel Barenboim hat schon zahlreiche Preise und Auszeichnungen eingeheimst; nun erhielt er auch die höchste Auszeichnung der Bundesrepublik.

Bundespräsident Joachim Gauck verlieh Daniel Barenboim bei einer feierlichen Zeremonie in seiner Residenz im Berliner Palast Bellevue das Bundesverdienstkreuz . Der Stardirigent wurde mit dem großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband ausgezeichnet, weil er es schaffe, mit Hilfe der Musik Grenzen zu überwinden und Vorurteile abzubauen.

"Sie zeigen, wie spannend es werden kann, wenn man diese Kraft - auch gegen Widerstände - wirklich nutzt", betonte Gauck in seiner Rede. Er hob die besondere Rolle von Barenboims West-Eastern Divan Orchestra hervor, in dem zum ersten Mal junge Israeli und junge Araber gemeinsam spielten. Der Dirigent hatte das Völker verbindende Orchester 1999 gemeinsam mit Edward Said, einem US-amerikanischen Literaturkritiker palästinensischer Herkunft, gegründet.

Barenboim, unter anderem Generalmusikdirektor an der Berliner Staatsoper unter den Linden, reiste für die Zeremonie extra nach Deutschland an. Gerade hat er in den USA eine Tournee mit dem West-Eastern Divan Orchestra abgeschlossen. Alle neun Sinfonien von Beethoven standen auf dem Programm, als die Musiker an vier Abenden hintereinander in der ausverkauften New Yorker Carnegie Hall auftraten.

Gescholten und bewundert

Barenboim dirigiert das West-Eastern Divan Orchestra c) dpa - Bildfunk

Barenboim dirigiert das West-Eastern Divan Orchestra

Daniel Barenboim hat gleich drei Staatsbürgerschaften: die israelische, die palästinensische und die argentinische – und er ist so umstritten wie bewundert. In Israel wurde er kritisiert, weil er die Siedlungspolitik des Landes auf palästinensischem Territorium als Besatzung anprangert. Als er dort dann auch noch Werke des anti-semitischen Komponisten Richard Wagner dirigierte, schalt ihn der damalige israelische Präsident Moshe Katsa öffentlich, er brüskiere die Holocaust-Überlebenden.

Barenboims freimütige und offen Art, Kulturen durch Musik näher zusammenrücken zu lassen, hat ihm aber auch viel Lob eingebracht. Unter seinen zahlreichen Ehrungen finden sich seit 2002 auch der Toleranz-Preis der Evangelischen Akademie Tutzing und der Wolf-Preis der Berliner Akademie der Künste. 2007 bekam Barenboim die Goethe-Medaille überreicht; eine Auszeichnung für Nicht-Deutsche, die sich um die Förderung der internationalen kulturellen Zusammenarbeit verdient machen.
Das Bundesverdienstkreuz, das in acht Klassen verliehen wird, wurde 1951 von Theodor Heuss eingeführt, dem ersten deutschen Bundespräsidenten.

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