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Wirtschaft

Bundesregierung wirbt für "grüne" Technologie

Der "Greentech-Atlas 4.0" ist da. Die Publikation des Umweltministeriums ist Bestandsaufnahme und Branchenkatalog der Umwelttechnik. Und auch ein wenig Wirtschaftsförderung.

Seit 60 Jahren entwickelt das Unternehmen "Thies Klima" aus Göttingen Umwelttechnik, vor allem Sensoren für Wetterdaten. In diesem Segment gehört die Firma, die 90 Mitarbeiter beschäftigt, zu den Marktführern - und zwar weltweit.

Und sie ist eines der Unternehmen, die in den neuen "Greentech-Atlas" des Bundesumweltministeriums aufgenommen wurden. "Ich bin angeschrieben worden, ob unsere Firma dort erscheinen möchte", erklärt Vertriebsleiter Thomas Stadi gegenüber der DW. "Und da Umweltschutz bei uns schon in der Produktion einen hohen Stellenwert einnimmt, habe ich mich dafür entschieden."

Der Atlas ist eine Fleißarbeit: Über 2000 Firmen aus dem Bereich Umwelttechnik sind samt Schlüsseldaten aufgeführt - eine "Leistungsschau innovativer Unternehmen", wie es im Vorwort der Publikation heißt.

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Bei den Unternehmen handelt es sich vor allem um kleine und mittelständische Betriebe. Etwa drei Viertel dieser Firmen beschäftigen weniger als 50 Mitarbeiter. Allerdings mit großem Erfolg. "Die neuesten Zahlen belegen eindrucksvoll: Wirtschaftliches Wachstum kann mit Umweltverträglichkeit und Nachhaltigkeit in Einklang gebracht werden", resümiert Staatssekretär Gunter Adler.

Eine Branche im Aufwind

In Deutschland summiert sich der Umsatz von Greentech-Unternehmen auf 344 Milliarden Euro. Bis 2025 soll dieses Volumen um jährlich 6,6 Prozent auf rund 740 Milliarden Euro wachsen, so das Umweltministerium. Mit positivem Effekt für den Arbeitsmarkt: Schon 2012 waren 1,5 Millionen Erwerbstätige in dem Segment beschäftigt - Tendenz steigend.

Auch international boomt es: Das globale Marktvolumen lag 2013 bei rund 2,5 Billionen Euro - bis 2025 soll es den Schätzungen zufolge auf mehr als 5 Billionen Euro zulegen. Besonders dynamisch entwickeln sich dabei die Leitmärkte nachhaltige Mobilität, Rohstoff- und Materialeffizienz sowie umweltfreundliche Erzeugung, Speicherung und Verteilung von Energie.

Innovation durch Forschung

Greentech-Produkte "made in Germany" hatten 2013 einen Weltmarktanteil von 14 Prozent. Mit Wachstum wird weiter gerechnet, denn der Bedarf an entsprechender Technologie bleibt in Zeiten von Klimawandel und Ressourcen-Knappheit hoch. "Grüne Technologien sind keine Nischenprodukte mehr", sagt Gunter Adler. Allerdings dürfe man sich darauf nicht ausruhen.

TU9 Technische Universitäten

Für Greentech-Unternehmen spielt Forschung eine wichtige Rolle

Diese Einschätzung teilt Eric Schweitzer, der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). "Wir werden nur dann weiter erfolgreich sein, wenn wir sehr gute Wissenschaftler hier vor Ort haben", so Schweitzer.

Greentech-Unternehmen geben heute durchschnittlich etwa drei Prozent ihres Umsatzes für Forschung und Entwicklung aus. Eine enge Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sei in diesem Bereich auch weiterhin zwingend nötig, so Schweitzer.

Exportinitiative Umwelttechnologie

Letztlich hat auch die Bundesregierung selbst ein hohes Interesse daran, den Aufwind dieser Branche möglichst lang zu halten - und so arbeiten die Ministerien für Umwelt und Wirtschaft gemeinsam an einer "Exportinitiative Umwelttechnologie". Schließlich zeigen die zahlreichen Pleiten deutscher Solartechnik-Firmen, dass der internationale Wettbewerb zunehmend hart ist.

Der Grüne Technologie-Atlas soll ein Baustein dieser Exportinitiative sein. Sämtliche Daten von "GreenTech made in Germany 4.0" sind auch im Internet einsehbar.

"Grundsätzlich ist das natürlich eine schöne Sache", sagt Thomas Stadi, Vertriebsleiter von Thies Klima. "Zu hoffen ist allerdings, dass die Seite im Ausland auch aktiv beworben wird - ansonsten bringt uns der ganze Aufwand nicht viel."

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